Verkauf und Übernahme

Mara Hofacker,

Umstrukturierungen bei Schaeffler

Der globale Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler macht bei seiner im vergangenen November angekündigten Neuausrichtung der Geschäftsstruktur in Großbritannien weitere Fortschritte. Diese ist Teil der „Global-Footprint“-Initiative, bei der alle Schaeffler-Standorte weltweit im Hinblick auf ihre Ausrichtung auf die wichtigsten strategischen Geschäftsbereiche der Schaeffler Gruppe überprüft werden. 

Xtronic hat die Drive-by-Wire-Technologie „Space Drive“ zusammen mit Paravan entwickelt. © Xtronic

Im Zuge dessen wurde der Standort Plymouth in Großbritannien veräußert, anstatt das Werk zu schließen, wie ursprünglich vorgeschlagen: The Barden Corporation Ltd. wurde an die HQW Holding Co. Limited, eine britische Tochtergesellschaft der HQW Precision GmbH, verkauft. Die HQW Precision mit Hauptgeschäftssitz in Kürnach, Deutschland, ist ein Premiumanbieter von Hochpräzisionskugellagern und Baugruppen. Das Werk in Plymouth setzt seinen Betrieb ohne wesentliche Veränderungen für Kunden, Lieferanten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fort.

Schaeffler hatte ursprünglich vorgeschlagen, zwei von drei Werken in Großbritannien zu schließen und die Produktion zu verlagern sowie zwei Logistik-Zentren an einem Standort zusammenzufassen. Die Schließung des Werks in Llanelli wurde nach der Konsultationsphase im Januar dieses Jahres bestätigt. Die für Juli 2019 anberaumte Zusammenlegung der beiden Logistik-Zentren läuft weiterhin nach Plan.

Im Rahmen der Vereinbarung wird der Käufer die Marke Barden mit Ausnahme von Amerika weltweit verwenden. In Amerika wird die Marke Barden weiterhin ausschließlich von Schaeffler genutzt. In Plymouth werden derzeit primär Spindellager und Maschinenteile für die Industriesparte von Schaeffler sowie Hochpräzisionslagerfür die Luft- und Raumfahrt und die Verteidigung hergestellt. Barden UK wird die Schaeffler Gruppe auch weiterhin beliefern. 

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Schaeffler übernimmt Xtronic

Schaeffler AG hat über ihre Tochtergesellschaft Schaeffler Technologies AG & Co. KG am 3. Mai 2019 einen Kaufvertrag über den Erwerb der Xtronic GmbH mit Sitz in Böblingen abgeschlossen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme soll nach Vorliegen aller Vollzugsbedingungen im Juni 2019 abgeschlossen werden.

Xtronic entwickelt als Technologiepartner kundenspezifische Software- und Elektronik-Lösungen für die internationale Automobilindustrie. © Xtronic

Xtronic entwickelt als Technologiepartner kundenspezifische Software- und Elektronik-Lösungen für die internationale Automobilindustrie. Das mittelständische, eigentümergeführte Unternehmen beschäftigt an den Standorten Böblingen und Wolfsburg rund 170 Mitarbeiter. Das Leistungsportfolio umfasst unter anderem Anwendungen im Bereich des automatisierten Fahrens und der Elektromobilität bis hin zu funktionaler Sicherheit sowie Methoden, Tools und Testsysteme. Das Unternehmen wurde vor 20 Jahren gegründet und hat in enger Kooperation mit Paravan das Drive-by-Wire-System „Space Drive“ entwickelt. Das Unternehmen verfügt über Kundenbeziehungen zu namhaften Automobilherstellern und -zulieferern.

Xtronic wird als eigenständige GmbH in die Schaeffler Gruppe integriert. Daniel Schmid, Geschäftsführer und einer der bisherigen Gesellschafter von Xtronic , wird das Unternehmen weiterhin operativ führen. Der Fokus wird auch weiterhin auf den externen Kundenbeziehungen liegen sowie auf der Entwicklung und dem Angebot von Lösungen innerhalb der Schaeffler Gruppe.

Neubesetzung des Aufsichtsrats der Schaeffler AG

Hauptversammlung der Schaeffler AG 2019 in der Nürnberger Frankenhalle. © Schaeffler

Bei der Hauptversammlung Ende April wurden turnusgemäß die zehn Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat der Schaeffler AG gewählt. Durch die Wahl wurden acht Aufsichtsratsmitglieder in ihrem Amt bestätigt. Wiedergewählt wurden: Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann, Georg F. W. Schaeffler, Prof. Dr.-Ing. Hans-Jörg Bullinger, Dr. Holger Engelmann, Prof. Dr. Bernd Gottschalk, Robin Stalker, Prof. KR Ing. Siegfried Wolf und Prof. Dr.-Ing. Tong Zhang. Neu wurden Sabine Bendiek und Sabrina Soussan in den Aufsichtsrat gewählt.

Frau Sabine Bendiek ist die Vorsitzende der Geschäftsführung der Microsoft Deutschland GmbH. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen in den Bereichen Digitalisierung, IT und künstliche Intelligenz. Frau Sabrina Soussan ist CEO der Siemens Mobility GmbH und führt gleichzeitig die Siemens Business Unit Rolling Stock. Siemens Mobility bietet weltweit innovative Lösungen für den Schienen- und Straßenverkehr sowie für die vernetzte Mobilität an. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit Frau Bendiek und Frau Soussan zwei Top-Managerinnen mit einem starken Technologie-Background für den Aufsichtsrat der Schaeffler AG gewinnen konnten. Ihre Kenntnisse und Erfahrungen werden das Gremium spürbar stärken, gerade mit Blick auf die Digitalisierung und Technologie“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Georg F. W. Schaeffler.

Jahresprognose bestätigt

Klaus Rosenfeld, Vorsitzender des Vorstands, und Aufsichtsratsvorsitzender Georg F. W. Schaeffler (re.) bei der Hauptversammlung der Schaeffler AG. © Schaeffler

Schaeffler hat zudem jüngst seine Quartalszahlen für die ersten drei Monate des Jahres 2019 veröffentlicht. Im ersten Quartal 2019 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von rund 3,6 Milliarden Euro. Währungsbereinigt stieg der Umsatz damit gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahrs um 0,4 Prozent. Während die Umsatzentwicklung der beiden Automotive-Sparten auf währungsbereinigter Basis – Automotive OEM minus 1,7 Prozent und Automotive Aftermarket minus 1,1 Prozent – jeweils leicht rückläufig war, konnte das Umsatzwachstum der Sparte Industrie diesen Rückgang währungsbereinigt mit 6,9 Prozent ausgleichen beziehungsweise leicht überkompensieren.

Für das Geschäftsjahr 2019 bestätigt die Schaeffler Gruppe ihre Prognose und rechnet mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von 1 bis 3 Prozent, einer EBIT-Marge vor Sondereffekten in Höhe von 8 bis 9 Prozent sowie einem Free Cash Flow vor Ein- und Auszahlungen für M&A-Aktivitäten von rund 400 Millionen Euro.

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