Interview

Warum ein Zulieferer auf der Fakuma ausstellt

Überwiegend präsentieren sich zur Fakuma in Friedrichshafen Hersteller und Anbieter von Maschinen und Werkstoffen und Leistungen rund um die Produktion. Was treibt einen Kunststoffverarbeiter, ein Zulieferunternehmen an, sich trotzdem auf der Fakuma zu präsentieren? Andreas Kellermann, Verkaufsleiter bei Pöppelmann, sagt, warum.

Andreas Kellermann ist Verkaufsleiter Pöppelmann K-Tech.

Herr Kellermann, mit welchen Produkten und Dienstleistungen geht Pöppelmann in diesem Jahr nach Friedrichshafen?

Wir von Pöppelmann, und das ist vor allem unsere Sparte K-Tech, möchten auf der Fakuma bewusst nicht nur hochpräzise technische Spritzgussteile vorstellen, sondern zeigen, dass wir als Dienstleister im Bereich Kunststoffverarbeitung besonders schnell und professionell agieren. Wir unterstützen den Kunden komplett von der ersten Idee über die Entwicklung bis zur Serie und können in Kürze maßgeschneiderte Lösungen mit neuesten Technologien und Fertigungsverfahren anbieten. Dabei fokussieren wir uns vor allem auf die Anforderungen konkreter Anwendungen und weniger auf einzelne Branchen. Im Vordergrund stehen bei unserem Messeauftritt die Themen: Abdichten, Gewichtsreduzierung, Technische Sauberkeit, Prozesssicherheit und Funktionsintegration. Wir zeigen dazu Serienprodukte, um Vertrauen für neue Entwicklungen zu schaffen und zu demonstrieren, dass unsere Produktlösungen im Feld auch funktionieren. Insofern sehen wir uns nicht nur als Verarbeiter, sondern als Anbieter von Dienstleister um Produkt und Produktion – und damit genau richtig auf der Fakuma.

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Im Bereich der Kunststoffverarbeitung stehen vor allem die Themen additive und generative Fertigung im Vordergrund der Messe, sowohl bezogen auf den Formen- und Werkzeugbau, als auch auf die Teilefertigung selbst. Gerade in Zeiten, in denen Produktionszyklen immer kürzer werden, ist es von Vorteil, wenn man zum Beispiel durch 3D-Prototyping schnell funktionsfähige Muster aus Serienmaterial fertigen kann, anstatt zunächst Werkzeuge aus Aluminium oder Stahl fertigen zu lassen. Das heißt: Wir erzeugen nicht das Bauteil im 3D-Druck, sondern printen die Formen, die wir dann für den Spritzguss mit echtem Serienmaterial verwenden. So entsteht ein riesiger Zeitvorteil im Vergleich zur spanenden Fertigung. Sicher gehören auch Trends wie Leichtbau und Ressourcenschonung zu den Topthemen. Pöppelmann K-Tech präsentiert in diesem Zusammenhang Verfahren wie Mucell, aber zum ersten Mal auch Serienbauteile aus Organoblechen.

Seit wann stellt Pöppelmann auf der Fakuma aus?

Wir sind seit 2012 auf der Fakuma vertreten. Davor waren wir zunächst nur als Besucher auf der Messe und hatten sofort den Eindruck, dass die Qualität der potentiellen Kontakte dort sehr hoch ist. Daher wollten wir diese Gelegenheit nutzen, auch als Kunststoffverarbeiter auf der Messe aufzutreten und mit einem fachkundigen Messepublikum detailliert über unsere technischen Spritzgussteile zu sprechen. So werden neue Wege zu besseren Produkten gefunden. Viele interessante Projekte sind durch die Fakuma ins Rollen gekommen.

Welche Erwartungen haben Sie an die diesjährige Fakuma?

Zum einen hoffen wir, viele unserer bestehenden Kunden anzutreffen, da wir immer wieder merken, wie wichtig persönliche Gespräche sind. Zum anderen möchten wir auch die Neugier für unser Unternehmen wecken im Speziellen für den Bereich K-Tech.
Wir möchten die Perspektiven von Einkäufern, Technikern, Qualitätsmanagern oder anderen Interessenten kennenlernen und uns in Bezug auf verschiedene Trendthemen wie Rapid Prototyping mit ihnen austauschen. Wir möchten den Besuchern zum einen neue Möglichkeiten und Verfahren aus dem Hause Pöppelmann vorstellen, zum anderen sind wir über Anregungen und neue Denkanstöße immer dankbar.

Nutzt das Unternehmen weitere nationale oder internationale Messen, wenn ja, welche?

Wir sind auf verschiedenen Messen vertreten. Seit 1961 ist Pöppelmann auf der Hannover Messe, die wir nach wie vor als fantastische Plattform wahrnehmen. Dort möchten sich die Besucher vor allem einen Überblick zu verschiedenen Branchen oder Themen verschaffen. Zum Beispiel treffen wir dort auf Leute, die vielleicht zum ersten Mal sehen, dass bestimmte technische Bauteile aus Metall viel leichter und kostengünstiger aus Kunststoff produziert werden können. Zudem sind wir auf vielen internationalen Messen mit unseren jeweiligen Landesgesellschaften vertreten.

Mit welcher Intention geht Pöppelmann zur Fakuma?

Wir möchten zeigen, dass wir dank unserer eigenen Entwicklung, dem Rapid Prototyping und Werkzeugbau sowie individuellen Möglichkeiten zur Produktveredelung sehr schnell kundenspezifische Lösung realisieren. Wir fertigen Teile oder auch komplexe Baugruppen mit hoher Wertschöpfungstiefe: Die Anwendungen erstrecken sich vom Auto über die Motorsäge bis hin zum Wechselrichter. Zudem möchten wir auf der Messe deutlich machen, wie eng und partnerschaftlich wir mit den Kunststoffherstellern zusammenarbeiten. Denn der Rohstoffhersteller sorgt dafür, dass das Material den Anforderungen des Kunden standhält und wir erreichen durch unsere innovativen Verarbeitungsprozesse, dass die technischen Spritzgussteile auch funktionieren. So sieht der Kunde bereits auf der Messe, dass wir ihm die größtmögliche Sicherheit bieten, was die Produktqualität anbelangt.

Wie schätzen Sie die Entwicklung der Kontaktqualität auf der Fakuma in den letzten Jahren ein?

Oftmals gilt, je kleiner die Messe, desto mehr Zeit haben die Besucher für ein tiefgründiges Fachgespräch. Hierzu gehört die Fakuma. Dort pflegen wir den intensiven Kontakt zu Spezialisten im Bereich Kunststoff und diskutieren Themen bis ins Detail – vom Rohmaterial bis hin zum Recycling. Denn Kunststoff machen wir mit viel Liebe zum Detail, um die bestmögliche Lösung für jeden Kunden zu bieten. Natürlich trägt auch jeder Aussteller zur Qualität bei. Wir bei Pöppelmann versuchen, nicht nur einen qualitativ hochwertigen Messestand zu bieten, sondern auch qualifizierte Ansprechpartner und Gespräche.

Sind Messen im Zeitalter von Internet und Videokonferenzen noch zeitgemäß?

Ja, wir denken, dass Messen essentiell sind. Auf Messen kommt man in persönlichen Kontakt, lernt den Gesprächspartner besser kennen und kann Vertrauen aufbauen. Diese zwischenmenschliche Komponente können das Internet oder Videokonferenzen nicht ersetzen.

Was tun Sie, um auf Messen mit so vielen potentiellen Geschäftspartnern wie möglich in Kontakt zu kommen?

Als Eye-Catcher präsentieren wir ein Kunststoffteil, das aus einem in 3D gedruckten Werkzeug hergestellt wurde. So demonstrieren wir, dass wir nicht nur über Dinge reden, sondern sie auch umsetzen – damit werden wir auch unserem Slogan „Kunststoff machen wir“ gerecht. Darüber hinaus stellen wir immer die Anwendungen und Anforderungen unserer Kunden ins Zentrum. Wir sind von der Idee, über die Entwicklung bis hin zur Serienproduktion als kompetenter Systempartner für unsere Kunden da.

Welche Bedeutung haben Messen in ihrem Marketinginstrumentarium?

Messen sind für uns sehr wichtig, da es im B2B-Bereich sehr schwierig ist, qualifizierte Kontakte zu knüpfen. Wir arbeiten mit vielen namhaften, großen Unternehmen und Konzernen zusammen und die Anonymität ist dort recht hoch. Auf der Fakuma erwartet unsere Besucher ein technisch versierter Anwendungsberater. Wir möchten nämlich von Anfang an sicherstellen, dass unsere Lösung auch funktioniert. Unser Team setzt sich aus Designern, Konstrukteuren, Werkzeugbauern, Verantwortlichen aus der Prozessumsetzung und Mitarbeitern aus der Qualitätssicherung zusammen. Damit wollen wir bereits beim ersten Messekontakt verdeutlichen, wie nachhaltig und detailliert wir bei unserer Arbeit vorgehen.

Fakuma, Halle B5, Stand 5107

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