Zerspanwerkzeuge

Mara Hofacker,

Durchstarten im Werkzeug- und Formenbau

Werkzeug- und Formenbauer erwarten von ihrem Zerspanungswerkzeughersteller hohe Prozess- und Produktkompetenz. Von den Werkzeugen fordern sie höchste Präzision, lange Standzeiten und vor allem Prozesssicherheit. Eine neue Werkzeugserie setzt hier an.

Von Zerspanungswerkzeugen wird höchste Präzision erwartet. © Mapal

Es sind die strukturellen Veränderungen am Markt, unter anderem in der Automobilindustrie, die viele Zulieferer dazu veranlassen, sich strategisch neu aufzustellen. Bei Mapal haben die Unternehmenslenker schon vor Jahren angefangen, weitere Branchen neben ihrem größten Kunden, der Automobilindustrie, zu erschließen. „Innerhalb weniger Jahre haben wir uns in der Luftfahrtindustrie etabliert“, erläutert Dr. Jochen Kress, Geschäftsführender Gesellschafter von Mapal. Ähnliches plane man nun im Werkzeug- und Formenbau.

Seit jeher bietet Mapal Werkzeuge, die auch im Werkzeug- und Formenbau eingesetzt werden. „Allerdings hatten wir weder die entsprechende Marktdurchdringung noch das umfassende Portfolio“, sagt Dr. Jochen Kress. Nach und nach hat sich das Unternehmen das Portfolio und auch die Kompetenz aufgebaut. Zuletzt mit der Integration des Unternehmens voha-tosec in die Mapal-Gruppe. Mit dem Unternehmen aus Lindlar kamen nicht nur fundierte und tiefe Marktkenntnisse zu Mapal, auch Produkte, die das bereits vorhandene Portfolio von Mapal ergänzen. In enger Kooperation entwickelten die Experten aus beiden Unternehmen zudem neue Werkzeuge, die zur EMO in Hannover dem Markt präsentiert wurden.

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Unter dem Produktnamen OptiMill-3D stellte Mapal ein neues leistungsstarkes Programm an Vollhartmetallfräsern vor, die speziell für den Werkzeug- und Formenbau entwickelt wurden. © Mapal

Neue Werkzeuge und Wendeschneidplatten

Unter dem Produktnamen OptiMill-3D stellte Mapal ein neues Programm an Vollhartmetallfräsern vor, die speziell für den Werkzeug- und Formenbau entwickelt wurden. „Neben extrem hitzebeständigen Beschichtungen und speziellen Hartmetallsubstraten zeichnen sich diese Werkzeuge durch die speziell an den Formenbau angepassten Abmessungen und Geometrien aus“, erläutert Carsten Klein, der bei Mapal das Marktsegment Werkzeug- und Formenbau verantwortet.

Das Programm umfasst unter anderem Werkzeuge mit spezieller Stirngeometrie zum Fräsen gehärteter Bauteile, einen Eckradiusfräser zum Schlichten von 3D-Formen bis zu einer Härte von 66 HRC sowie neue Kreisradiusfräser für den Einsatz bei tiefen Kavitäten oder für komplexe Freiformflächen.

Zur EMO stellte Mapal zudem ein neues Programm an Fräsern mit ISO-Wendeschneidplatten vor. Dieses beinhaltet Rundplattenfräser, Hochvorschub- und 90°-Eckfräser, Kugel- und Torusfräser sowie Schlichtfräser. © Mapal

Zur EMO stellte der Werkzeugspezialist zudem ein neues Programm an Fräsern mit ISO-Wendeschneidplatten vor. Dieses beinhaltet Rundplattenfräser, Hochvorschub- und 90°-Eckfräser, Kugel- und Torusfräser sowie Schlichtfräser. Dabei deckt das Programm mit ISO-Wendeschneidplatten die Werkstoffe Gusseisen, Stahl, rostfreier Stahl, Nichteisenmetall sowie gehärtete Werkstoffe bis 65 HRC ab. Je nach zu bearbeitendem Material und den Anforderungen kommen unterschiedliche Schneidstoffe und Beschichtungen zum Einsatz.

„Stand heute decken wir nahezu 100 Prozent des Bedarfs der Werkzeug- und Formenbauer ab“, meint Carsten Klein. Dazu gehören nicht nur die erwähnten Fräser, sondern auch das komplette Programm zum Bohren und Reiben. Bei vielen Fräsaufgaben im Werkzeug- und Formenbau steht nicht nur die Werkzeugtechnologie im Fokus. Entscheidend ist zudem die Programmierung der Maschine, die komplex ist. Mapal unterstützt Anwender bei dieser Aufgabe und arbeitet dafür mit den entsprechenden Softwareherstellern eng zusammen.

Als Komplettanbieter reicht das Angebot zudem über das Werkzeug und dessen Programmierung hinaus. Das Unternehmen liefert unter anderem auch die passende Spanntechnik. „Speziell im Werkzeug- und Formenbau hat sich unser sogenanntes 3-Grad-Futter bewährt“, sagt Kress. Das Besondere des Hochleistungsspannfutters: Mapal ist es mit dem HighTorque Chuck (HTC) mit schlanker Kontur gelungen, die Vorteile der Hydrodehntechnologie mit der vom Schrumpffutter bekannten Verjüngung von drei Grad zu vereinen.

Seit jeher bietet Mapal Werkzeuge, die auch im Werkzeug- und Formenbau eingesetzt werden. © Mapal

Spannfutter individuell angepasst

Möglich macht dies die additive Fertigung. Denn dank ihr kann auf die bisher nötige Lötverbindung zwischen Hülse und Grundkörper verzichtet werden. Diese stellte nicht nur einen limitierenden Faktor hinsichtlich der Futtergeometrie dar, sondern auch im Bezug auf Temperaturbeständigkeit und Drehmomentübertragung. Durch die geometrische Freiheit kann die Hydrodehnspanntechnik auch bei großen Störkonturen am Bauteil oder bei tiefen Kavitäten an schwer zugänglichen Stellen, die bisher Schrumpffuttern vorbehalten waren, genutzt werden. „Wir passen unsere Spannfutter individuell auf die Bearbeitung beim Kunden an“, erläutert Klein. So ist es in vielen Fällen möglich, Standardwerkzeuge statt kostenintensiven Sonderwerkzeugen einzusetzen.

Ein Beispiel für eine Dienstleistung ist das Toolmanagement 4.0, das Mapal auf Basis der Open-Cloud-Plattform c-Com anbietet. © Mapal

Zusätzlich gehört neben Werkzeugen, Programmierung und Spannmitteln auch die komplette Peripherie zum Einstellen und Messen von Werkzeugen sowie Ausgabesysteme zur Lagerung und Verwaltung von Komponenten zum Portfolio. „Darüber hinaus unterstützen wir unsere Kunden mit umfassenden Dienstleistungen“, sagt Klein. Ein Beispiel für eine solche Dienstleistung ist das Toolmanagement 4.0, das Mapal auf Basis der Open-Cloud-Plattform c-Com anbietet. „Damit muss sich der Kunde um nichts mehr bezüglich der Werkzeuge kümmern – wir übernehmen die Lagerung, die Bevorratung, den Einkauf sowie die Wiederaufbereitung der Werkzeuge“, präzisiert Klein. Und das bei 100-prozentiger Transparenz für den Kunden.

„Letztendlich entscheidet der Markt, wie gut wir im Werkzeug- und Formenbau Fuß fassen werden“, gibt Dr. Kress zu bedenken. Mapal erhoffe sich allerdings gute Chancen: „Wir können nicht nur als Komplettanbieter punkten, wir stehen unseren Kunden auch mit unserer jahrzehntelang gesammelten Erfahrung zur Seite.“ Das sei ein Aspekt, der Mapal schon immer auszeichne. Vor Ort zu sein, Probleme zu lösen und hohe Erwartungen zu erfüllen.
Vorerst konzentriere sich der Werkzeughersteller auf die Werkzeug- und Formenbauer in Deutschland. „Wir wollen noch mehr Erfahrungen in der Branche sammeln“, sagt Dr. Jochen Kress, „und diese dann einfließen lassen, wenn wir weltweit unser Engagement verstärken.“

Nach Unterlagen von Mapal / ag

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