Geplante Neuausrichtung

Andrea Gillhuber,

Chiron Group verkauft Scherer Feinbau

Die Chiron Group sieht sich mit einem deutlichen Nachfragerückgang konfrontiert und reagiert mit einer Neuausrichtung der Unternehmensgruppe. Montage und Fertigung werden zusammengezogen und Scherer Feinbau verkauft.

Die Chiron Group richtet sich neu aus. © Chiron Group

Die Werkzeugmaschinenindustrie sieht sich mit mehreren Herausforderungen konfrontiert. Da ist zum einen der Umbruch in der Automobilindustrie, der die Branche schon seit 2018 beschäftigt, zum anderen macht den Maschinenbauern die Corona-Pandemie zu schaffen.

Auch die Chiron Group sieht sich mit den beiden Krisen und einem daraus resultierenden Nachfragerückgang konfrontiert. Der Werkzeugmaschinenspezialist ist vor allem in der Automobilindustrie, der Luftfahrt, aber auch im Maschinenbau sowie in der Präzisions- und Medizintechnik unterwegs. Bereits 2019 sah sich das Unternehmen mit einem Umsatzrückrang von 11 Prozent von rund 500 auf 443 Millionen Euro konfrontiert, die Corona-Pandemie hat die Situation weiter verschärft, sodass ein weiterer Rückgang erwartet wird.

Aus diesem Grund stellt sich die Unternehmensgruppe auf weiterhin rückläufige und stark schwankende Märkte ein und rechnet mit einem deutlich reduzierten Beschäftigungsniveau und unstetigen Umsatzverlauf. Zur Zukunftssicherung des Unternehmens haben sich Geschäftsführung, Verwaltungsrat und Eigentümer daher auf eine umfangreiche Neuausrichtung verständigt. „Unser Ziel ist, die Unternehmensgruppe kurzfristig handlungsfähig zu halten und mittelfristig Wettbewerbsvorteile zu schaffen, um somit möglichst viele Arbeitsplätze zu sichern. Dies tun wir mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket. Wir haben alle Alternativen sorgfältig geprüft und sehen die eingeleitete Neuaufstellung als notwendig und zukunftssichernd an“, so Dr. Armin Schmiedeberg, Vorsitzender des Verwaltungsrats.

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Die Neuausrichtung im Detail

Die Unternehmensgruppe plant, alle deutschen Fertigungs- und Montage-Kapazitäten in den Werken Tuttlingen und Neuhausen o. E. zu bündeln. Entsprechend werden die Bereiche Montage und Applikation der Stama Maschinenfabrik von Schlierbach in das Werk in Neuhausen verlagert. Der Standort Schlierbach wird sich künftig auf den Vertrieb und Service der Marke Stama konzentrieren.

Die Branche Präzisions- und Medizintechnik soll durch eine Kooperation mit einem Schweizer Hersteller für kleine Bearbeitungszentren gestärkt werden. Außerdem werden die gestarteten Aktivitäten im Bereich Additive Fertigung intensiviert.

Ein weiterer Schritt in der Neuausrichtung ist der Verkauf der Scherer Feinbau GmbH. Das 1978 gegründete Unternehmen gehört seit 2012 zur Gruppe und produziert CNC-Vertikal-Drehmaschinen und vertikale Wellendrehzentren am Standort Alzenau. Als Käufer ist ein führender Drehmaschinenhersteller im Gespräch. Der Kauf soll noch im Sommer 2020 abgewickelt werden. Damit konzentriert sich Chiron zukünftig auf ihre Kernkompetenzen Fräsen und Fräs-Drehen.

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