Metav und VDMA-Forum Spanntechnik

Mara Hofacker,

Die Spannmittelindustrie wird cyberphysikalisch

Die Entwicklung der Industrie lebt von den Innovationen, die auf den Erfolgen eines Vorgängers aufbauen. Das gilt auch für die Spannmittelindustrie, deren Produkte sich zu cyberphysikalischen Betriebsmitteln wandeln. Über den aktuellen Stand der Technik und die neuen Trends können sich Besucher auf der Metav 2020 und auf dem VDMA-Forum Spanntechnik am 11. März 2020 in Halle 1 informieren.

Megatrends im Visier: Zu den smarten Spannmitteln auf der Metav 2020 zählen auch Leichtbauprodukte wie der manuelle Spannstock Manok aus Carbon. © Hainbuch

Zwei Wege geht die Helmut Diebold Goldring-Werkzeugfabrik aus Jungingen auf der Metav 2020 der Düsseldorfer Messe. Zum einen will das Unternehmen aktuelle Innovationen wie die Schrumpftechnik, modulare Aufnahmen oder das Ultrajet-Kraftspannfutter vorstellen. Zum anderen dient die Messe dem Unternehmen als Forum für Weiterentwicklung. „Wir sind aktuell mit Industrie 4.0 auf dem Gebiet Digitalisierung sehr aktiv“, berichtet Prokuristin Martina Diebold. „Einen ersten Vorgeschmack gibt es dazu bereits auf der Metav 2020 zu sehen.“

Die Nachfrage nach digitalen Lösungen habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. So ließe sich der Bearbeitungsprozess mit einer gläsernen Produktion, bei der jeder den Standort eines Werkstücks kennt, besser handhaben. „Die Digitalisierung macht mühsames Suchen überflüssig“, nennt Diebold einen wesentlichen Vorteil. „Auf diese Weise lassen sich längere Maschinenstillstände elegant vermeiden.“

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Dezentralisierte Intelligenz

Diese Entwicklung gehe einher mit einer Dezentralisierung, bei der die Intelligenz direkt an der Maschine gefragt ist. So würde sich auch die Spanntechnik weiterentwickeln zu cyberphysikalischen Betriebsmitteln. Ein Prozess, den auch der OPC-UA-Standard und die darauf basierende universelle Schnittstelle Umati des VDW (Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) beflügeln.

Im Kommen ist bei den Süddeutschen außerdem das Baukastenprinzip: Im Mittelpunkt steht eine zentrale Grundaufnahme, die sich mit verschiedenen Aufsätzen zu individuellen Spannmitteln kombinieren lässt. Für das System spreche der zweiteilige Aufbau, der für Schwingungsarmut sorgt und so die Qualität der Zerspanung erhöht. Diebold: „Nur mit derartigen Innovationen werden wir uns auch bei einem Wirtschaftsabschwung behaupten können.“  

Die digitale Transformation ist noch längst nicht ausgereizt

Die zunehmende Digitalisierung der Spannvorrichtungen ist auch ein wichtiges Thema bei Hainbuch aus Marbach bei Ludwigsburg: Dieser Trend spiegelt sich zurzeit in einer smarten Produktpalette, die von standardisierten Schnellwechsel-Schnittstellen, Plug-and-play-Spannkraftmessgeräten mit integrierter Software bis zum intelligenten Spannsystem reicht. „Die Felder der digitalen Transformation sind noch längst nicht alle ausgereizt“, blickt Konstruktionsleiter Alfred Hillinger in die Zukunft. „Es ist für mich ganz klar, dass Industrie 4.0 noch mehr Fahrt aufnehmen wird.“ Und das zeige sich auch in den Exponaten, die Hainbuch im März auf der Metav 2020 vorstellen wird.

Die komplette Themen-Bandbreite behandelt das Forum Spanntechnik der VDMA Präzisionswerkzeuge: Unter der Moderation von Peter Tausend (WTE Präzisionswerkzeug) und Philipp Ehrhardt (Römheld) geht es in sechs Vorträgen um „Spanntechnik – Lösungen für Megatrends“. Behandelt werden beispielsweise die Fragen, ob hochqualitative Werkzeugspanntechnik Kosten verursacht oder sie beeinflusst (Haimer) und wie sich Nullpunktspanntechnik beim 3D-Druck einsetzen lässt (AMF Andreas Maier).

IFW-Chef Denkena: Trifft Vergangenheit die Zukunft?

Das Zusammenspiel mit Sensorik und Elektronik spielt – mit Blick auf die digitale Transformation – gleich mehrmals an diesem Mittwochvormittag eine Rolle: etwa beim feinfühligen, intelligenten Werkzeughalter von Schunk aus Heuchelheim, bei den intelligenten und serialisierten Werkzeugsystemen für die vernetzte Fertigung von morgen (Mapal Dr. Kress) oder der Verbesserung der Produktqualität durch sensorische Prozesskontrolle (Römheld). Mit Blick auf diese Beispiele für Metallbearbeitung und Industrie 4.0 fragt Prof. Berend Denkena, Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz Universität Hannover und Vizepräsident der WGP (Wissenschaftlichen Gesellschaft für Produktionstechnik), auf dem VDMA-Forum Spanntechnik provokativ: „Metallbearbeitung trifft Industrie 4.0 –Vergangenheit trifft Zukunft?“

VDMA-Forum Spanntechnik
11. März 2020, 9.30 bis 13.30 Uhr
Messe Düsseldorf, Eingang Süd, Halle 1 (1. OG, Raum 15), Stockumer Kirchstraße, 40474 Düsseldorf
Anmeldung bis 23. Februar unter www.pwz.vdma.org

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