Diamant-Schleifstifte

Mara Hofacker,

Werkzeuge für Bearbeitung von Grau- und Sphäroguss

Für die Bearbeitung von Grau- und Sphäroguss bestehen etablierte Lösungen – Diamant-Schleifstifte stellen zunehmend funktionale und wirtschaftliche Alternativen dar, auch im automatisierten Einsatz.

Drei für die Gießerei - auf die Anwendung kommt es an. © August Rüggeberg, Pferd-Werkzeuge

Das Ausschleifen, Egalisieren oder Entgraten von Grau- und Sphäroguss-Werkstücken (GG, GGG, bzw. GJL und GJS), ist eine der häufigsten Bearbeitungsaufgaben in der Gussnachbearbeitung. Für diese Aufgabenstellungen eigenen sich ganz unterschiedliche Werkzeuge. Neben den klassischen Anwendungen für Winkelschleifer werden zur Bearbeitung von schwer zugänglichen Stellen Schleifstifte, Frässtifte und zunehmend auch Diamantschleifstifte eingesetzt. Doch welcher Stift eignet sich wofür?

„Wenn wir über die Bearbeitung von Grau- und Sphäroguss reden, das heißt Gusseisen einer Eisen-Kohlenstoff-Legierung mit einem relativ hohen Anteil von Kohlenstoff in Form von Lamellen- oder Kugelgraphit, dann haben alle drei Gattungen ihre Daseinsberechtigung“, erklärt Jonas Lichtinghagen, Produktmanager für Schleifwerkzeuge beim Marienheider Hersteller Pferd. „Primär entscheidend ist, was die Bearbeitungsaufgabe ist, in welchem Urzustand sich das Werkstück befindet und was das Bearbeitungsziel ist.“ Allerdings seien mittlerweile auch Parameter wie Ergonomie und Automatisierungseignung Kriterien für die Werkzeugauswahl: „Gerade im Hinblick auf die gesetzlichen Regeln im Bereich der Arbeitsergonomie sind die Anforderungen in den letzten Jahren gestiegen“, weist der Pferd-Produktmanager auf die komplexe Situation in vielen Bereichen der fertigenden Industrie hin, „insbesondere in Gießereien.“ 

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Klassische Schleifstifte gehen immer

Historisch etabliert sei die Bearbeitung von Guss-Werkstücken mit klassischen Schleifstiften. „Werkzeuge dieser Art sind seit den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts bekannt und in unterschiedlichsten Abmessungen, Kornarten und Bindungen verfügbar. Gerade für diese Gussbearbeitung finden sich hier zahlreiche Lösungen, wie zum Beispiel die CAST-Linien von Pferd.“ Der Materialabtrag bei klassischen Schleifstiften sei zufriedenstellend, die erzielbare Oberfläche – je nach Korngröße – recht fein. „Auch bei kritischen Bearbeitungsstellen, wie zum Beispiel bei Vererzungen oder Sandeinschlüssen, ist die Standzeit klassischer Schleifstifte hoch“, ergänzt Lichtinghagen. Für den Handeinsatz seien diese Werkzeuge immer dann eine gute Lösung, wenn sie auf spezielle Geometrien abgerichtet werden müssten. 

Automatisierte Einsätze nehmen zu

„Geht es an automatisierte Einsätze, die wir zunehmend bei unseren Kunden in den Gießereien antreffen, hat es der Schleifstift durch seine Geometrieveränderung während des Einsatzes schwer. Hier bieten Frässtifte und Diamant-Schleifstifte klare Vorteile, denn sie haben keinen Durchmesserverlust.“ Gerade wenn sehr hohe Abtragsleistungen bei geringeren Anforderungen an die Oberflächengüte gefragt sind, empfehle das Unternehmen Hartmetallfrässtifte: „Auch, weil die Anwender die äußerst geringe Staubbelastung bei der Bearbeitung sehr schätzen.“ Eine hervorragende und immer häufiger nachgefragte Alternative zu Schleif- und zu Hartmetallfrässtiften stellten die Diamant-Schleifstifte dar, erklärt der Schleifprofi: „Die Abtragsleistungen von Diamant-Schleifstiften ist hoch, die Oberflächen sind fein.“ Das Schleifen vollziehe sich schnell und mit hoher Aggressivität. Wesentlicher Vorteil sei vor allem, dass Vererzungen und Sandeinschlüsse den Diamantwerkzeugen nichts anhaben könnten. Zudem sei die Staubbelastung niedrig, was einen ergonomischen Einsatz begünstige. „Und durch die Formstabilität und die sehr hohe Standzeit lassen sich Diamantschleifstifte hervorragend in automatisierte Prozesse integrieren.“

Das Gussputzen ändert sich

Insgesamt setzten Kunden diese Werkzeuge zunehmend und gerne in den klassischen Arbeitsprozessen beim Gussputzen ein, so Lichtinghagen. „Wir haben auf diese Entwicklung reagiert und den Programmumfang an Diamant-Schleifstiften zuletzt nahezu verdoppelt, so dass Pferd heute alle wichtigen Formen und Abmessungen liefern kann.“ Eine Vor-Ort-Beratung durch die Anwendungstechniker führe schnell zu nachhaltigen Ergebnissen, verweist der Produktmanager auf die Prozessexpertise seiner Kollegen: „Hier realisieren wir sehr schnell Produktivitätsreserven und schaffen ergonomisch und wirtschaftlich optimierte Lösungen.“

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