Kalkulationssoftware

Andrea Gillhuber,

Prozesskette Blech verstehen

Hersteller und Dienstleister in der blechverarbeitenden Industrie müssen sich kleineren Losgrößen und gestiegenen Ansprüchen auf Kundenseite stellen. SPI liefert die Fertigungsdaten für diverse Ausgabeziele. Jetzt auch für die Kostenkalkulation.
Mit einem individuell definierbaren Regelwerk lassen sich auch komplexe Kalkulationen transparent durchführen. So werden regelbasiert tatsächliche Selbstkosten oder Preisuntergrenzen ermittelt. Einstellbare Parameter ermöglichen die Erstellung unterschiedlichster Kalkulationen für verschiedene Produktarten. © Adam Gregor/Shotshop.com

Zwar haben Digitalisierung und moderne Maschinen traditionelle Methoden weitgehend abgelöst, nach wie vor startet der Herstellungsprozess allerdings mit einer flachen Blechtafel – aus CAD-Sicht mit Abwicklungen aus dem 3D-Modell. Diese liefern optimalerweise Daten, die NC-Programme verstehen, um eine nahtlose Ansteuerung der Maschinen in der Fertigung zu ermöglichen. Die Philosophie der SPI GmbH setzt etwas früher an: Parameter werden initial zentral erfasst und fließen bei der Berechnung der Abwicklung der Teile und Baugruppen je nach Ausgabeziel mit ein. Es kommt eben darauf an, was unter welchen Bedingungen wo gefertigt werden soll.

Als Bindeglied zwischen Konstruktion und Fertigung sind die SPI-SheetMetal-Lösungen so die ideale Ergänzung der jeweiligen CAD-Basissysteme. Die verfügbaren Schnittstellen sowie die Möglichkeit, DXF-Dateien mit fertigungsrelevanten Informationen aufzubereiten, gewährleisten die optimale Anbindung an vorhandene CAM- und Offline-Programmiersysteme. Mit einem entsprechenden SPI Interface ist es möglich, Material- und Biegeprozessinformation einzulesen und die sich durch den Biegeprozess ergebenden Fertigungsradien und Abkantfaktoren während der Konstruktion zu gewährleisten.

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Exportformate für verschiedene Ausgabeziele

Optional wird beispielsweise ein GEO-File zur direkten Verwendung in TruTops Classic und TruTops Boost erzeugt, das Biege-, Laser-, Stanz- und weitere Fertigungsinformationen enthält. Die von SPI übergebenen Daten werden erkannt und die entsprechenden Bearbeitungsmuster zugeordnet. Alle verwendeten Biegeinformationen des Bauteils (Öffnungswinkel, Radius, Biegewerkzeugkombination, Biegetechnik) werden übergeben und stehen sofort zur NC-Code-Generierung bereit. Die Abwicklungsgeometrie kann auch einer XML-Datei mitgegeben werden. Diese hat neben den im Modell enthaltenen Umformungen die Abwicklungsgeometrie, Informationen über Biegungen und Biegelinien, Biegewinkel, Biegeradius (Verkürzung und Position), Gravuren und Werkzeuginformationen (Identnummer, Position, Ausrichtung), Maßeinheiten – insbesondere für Längen und Winkel – sowie benutzerdefinierte Attribute im Gepäck. SPI unterstützt darüber hinaus Ausgabeziele über DXF- oder STEP-Daten. Das für die CAM-Software BySoft 7 erzeugte DXF-Format liefert zum Beispiel Informationen zu Biegewerkzeugen, Biegewinkeln, Fertigungsradien und Verkürzungswerten. Als Softwareentwickler kann SPI bei entsprechendem Bedarf Daten für weitere Ausgabeziele liefern.

So weit alles im Griff. Aber was ist mit der Berechnung der Kosten? Die Weichenstellung in der Produktentwicklung ist gravierend: Bis zu 80 Prozent der Herstellkosten von Produkten werden hier festgelegt. Und leider unterlaufen in der Kalkulation immer wieder folgenschwere Fehler: Angebote werden kundenseitig wegen überhöhter Preise abgelehnt oder Hersteller nehmen Aufträge nicht an, weil der wie auch immer kalkulierte Gewinn zu gering ausfallen würde. Grobe Berechnungen sind verbreiteter, als man glauben möchte, und bilden oft eine kaum belastbare Basis für die Preisfindung.

In der Kalkulation spielen viele Variablen eine Rolle: Lohn- und Lohnnebenkosten, Maschinenkosten, Einkaufspreise, Lagerkosten, Verpackungs- und Versandkosten, spezifische Aufschläge – die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Solche Faktoren sind allerdings systematisierbar. 3D-CAD-Modelle lassen sich analysieren und zudem mit Informationen über Werkstoffe, Maschinen einschließlich Stundensätzen sowie Werkzeugen mit Fertigungsparametern aus Technologie-Datenbanken verknüpft werden. Solche Daten können beispielsweise an ERP-Systeme und deren Kalkulationstools übergeben werden, die mit diesen Informationen reale Kosten und Preise berechnen.

Regelbasierte Kalkulation

SPI hat diverse weitere Kalkulationslösungen im Angebot. Mit einem individuell definierbaren Regelwerk lassen sich auch komplexe Kalkulationen transparent durchführen. So werden regelbasiert tatsächliche Selbstkosten oder Preisuntergrenzen ermittelt. Einstellbare Parameter ermöglichen die Erstellung unterschiedlichster Kalkulationen für verschiedene Produktarten. Für eingesetzte Maschinen können Regeln definiert werden und in die Kalkulation einfließen. Als logische Fortsetzung steht ein Online-Konfigurator zur Verfügung, über den der Kunde den Preis selbst ermittelt. Eine weitere Lösung, die es dem Kunden ermöglicht, Daten hochzuladen und individuelle Preise zu kalkulieren, ist auch als Portal und als Webshop-Lösung verfügbar.

Neu im Portfolio ist der SheetMetal Calculator, der in die bestehende Blechapplikation der SPI direkt eingebunden ist. Das Kalkulationsschema wird firmenspezifisch definiert. Regelbasiert kalkuliert der Konstrukteur die Kosten seines Produkts in Echtzeit. Auf Basis der Auswertung kann er Alternativen entwickeln und berechnen, wie Kosten ausfallen, wenn er sich zum Beispiel für ein anderes Material entscheidet. Günstigere Bauteilvarianten, selbst Fertigungsstandorte können dabei berücksichtigt werden. In Technologie-Datenbanken sind alle Fertigungseinrichtungen, Werkzeuge, Schnittwerte, Werkstoffinformationen und Kalkulationsgrundlagen des Unternehmens hinterlegt. Der Konstrukteur kann per Klick jederzeit eine Kalkulation für sein Teil abrufen. Ohne weitere Eingabe oder einen Systemwechsel wird das Kalkulationsergebnis übersichtlich abgebildet. Der Anwender kann Berechnungen vergleichen oder andere Kalkulationsgrundlagen heranziehen. Reale, an das jeweilige Projekt gebundene Kostenermittlung ist damit ab sofort umsetzbar.

Christian Burdorf, SPI / ag

Blechexpo: Halle 1, Stand 1007

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