SPS – Smart Production Solution

Andrea Gillhuber,

„Die Zukunft unserer Industrienation“

Die Messe SPS feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag – mit angepasstem Namen und geschärftem Profil. Im Interview mit SCOPE-Chefredakteurin Andrea Gillhuber sprach Sylke Schulz-Metzner, Vice President SPS bei Mesago, über die Notwendigkeit des Wandels, um sich treu zu bleiben.
Sylke Schulz-Metzner ist Vice President SPS bei der Mesago Messe Frankfurt GmbH. Sie begleitet die Messe SPS seit über 25 Jahren. © WEKA Business Medien

Die Messe SPS wird in diesem Jahr 30 Jahre alt und gönnt sich einen neuen Anstrich. Was dürfen Aussteller und Besucher in diesem Jahr erwarten?

Mit dem neuen Anstrich hat sich am Konzept nichts geändert. Der neue Name verdeutlicht nur die Entwicklung, die die Branche und damit auch die Messe in den letzten Jahren genommen hat. Das zunehmende Zusammenwachsen von IT und Produktion spiegelte sich schon länger in der Messe wider. Letztendlich haben wir überlegt, welche Bereiche aus der OT (Operational Technology), sprich der Produktion, und der IT bilden wir ab. Daraus entstand der neue Name: SPS – Smart Production Solutions.

Im Zuge der Pressekonferenz zur neuen Ausrichtung der SPS IPC Drives hin zur SPS – Smart Production Solutions erläuterten Sie, dass die SPS nun auch klar den Anspruch erhebt, die Digitalisierungs-Chancen für die industrielle Produktion abzubilden. Wie genau spiegelt sich das in der Messe wider?

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Der Name SPS IPC Drives hat den Inhalt der Messe schon lange nicht mehr widergespiegelt. Seit Jahren war die Messe schon mehr als die drei namengebenden Komponenten der elektrischen Automatisierung; sie zeigte viel mehr deren gesamtes Spektrum. Dazu zählen unter anderem auch die Schnittstellentechnik und die industrielle Kommunikation. Die Entwicklung der Branche und der Messe konnte man übrigens an den angepassten Produktgruppen und am wechselnden Untertitel ablesen: Aus elektrische Automatisierung wurde irgendwann industrielle Automatisierung. Durch den Einzug der Digitalisierung ergeben sich neue Chancen der industriellen Automatisierung in der Produktion. Das verdeutlichen wir nun auch mit unserem Namen.

Haben Sie keine Befürchtungen, dass anwendungsspezifische Messen wie die EMO Hannover oder die Automatica im Zuge der Digitalisierung und dem Zusammenwachsen von OT und IT der SPS den Rang ablaufen werden?

Es gab schon immer anwendungsspezifische Branchenmessen und horizontale Messen wie die SPS. Ich glaube nicht, dass sich im Zuge der Digitalisierung jemand entscheidet, gezielt auf Branchenmessen zu gehen, wenn es mit der SPS eine Messe gibt, die ein sehr viel größeres, breiteres und detaillierteres Angebot an Lösungen und Produkten zu seinen Produktionsfragen anbietet. Das liegt in der Natur der Sache: Branchenmessen sind auf ihren Industriesektor ausgerichtet, die SPS als Fachmesse für Automatisierung zeigt deren gesamtes Leistungsspektrum unabhängig von Industriezweigen. Auf der SPS finden sich Innovationen, die später auch auf Branchenmessen zu sehen sind. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Messe Trends setzt und begleitet, dass dort diskutiert wird, wohin die Reise geht. Sie ist stärker auf Technologien der Automatisierungstechnik fokussiert, als es Branchenmessen sein können.

Die SPS hat auch den Ruf einer Arbeitsmesse. Wie denken Sie über dieses Prädikat?

Das ist eine ganz besondere Charakteristik, die unsere SPS auszeichnet: Der Anwender kommt mit einem konkreten Anliegen auf die Messe, führt ausführliche Gespräche über die Herausforderungen seines Unternehmens, über Ideen und Lösungen. Er nimmt sich nicht einfach nur einen Prospekt auf einem Messestand mit. Alle Welt redet über Digitalisierung, aber kann sich der Maschinenbauer wirklich vorstellen, was das für sein Unternehmen bedeutet? Welche Schritte er gehen kann, ohne gleich einen großen, mit hohem Invest behafteten Wechsel seiner Automatisierung und Produktion durchführen zu müssen? Wie er es schafft, Digitalisierung in seinem Unternehmen umzusetzen? Genau das zeichnet die SPS aus: Diese Besucher finden auf den Messeständen Experten, die ihm diese Fragen auch tatsächlich und umfänglich beantworten können. Es sind nicht nur Sales Manager, sondern Applikationsingenieure und Anwendungstechniker vor Ort, die detaillierte Fragen beantworten können. Deswegen dauern diese Gespräche in der Regel deutlich länger.

Einige Messen kämpfen mit ihrem Profil und ihrer Ausrichtung und verlieren sich zum Teil dabei. Wie gelingt es Ihnen, die SPS auch im Zuge der rasanten Veränderungen in der Industrie auf Spur zu halten?

Wir stehen im intensiven Austausch mit unserem Ausstellerbeirat, der ebenfalls ein großes Interesse daran hat, das Profil der SPS klar und sauber zu halten. Das Profil muss den Anforderungen der Industrie entsprechen. Das heißt, auf unserer Messe werden die Themen gezeigt, die für die anwendende Industrie relevant sind. Wir möchten keinen Bauchladen an Produkten. Natürlich könnten wir immer noch einige Stände mehr verkaufen, doch das würde das Gesicht der Veranstaltung verändern. Wir lehnen tatsächlich auch Unternehmen ab: Um das Profil der SPS scharf zu halten, wird niemand ausstellen, der nicht zur Messe passt. Das bedeutet aber nicht, dass wir das Profil einfrieren; es wird immer nachjustiert und an den Wandel der Branche angepasst: Entspricht es noch den Anforderungen, die durch den technologischen Wandel und den Weiterentwicklungen gegeben sind? Daher haben wir auch stets die Produktgruppen angepasst und beispielsweise um das Thema IT erweitert – allerdings nur die Teile der IT, die tatsächlich zu unserer Ausrichtung passen. ERP-Systeme zählen zum Beispiel nicht dazu. Bei uns dreht sich alles um den Shop Floor.

Gehen Sie auch auf Unternehmen zu und bitten sie, auf der SPS auszustellen?

Tatsächlich machen wir das. Lernen wir ein Unternehmen kennen, das wirklich zu uns passt, sprechen wir es an. IT-Firmen haben die SPS nicht zwingend auf dem Schirm, gerade beim Thema Cybersecurity; unter diesem Buzzword gibt es viele verschiedenen Lösungen, zum Beispiel für Healthcare, Kommunen oder Industrie. Wir sprechen dann die Cybersecurity-Firmen an, ob sie im Bereich Industrial Security unterwegs sind. Wenn ja, sind sie bei der SPS richtig, denn der Maschinenbauer ist immer auf der Suche nach Lösungen, um seine Daten abzusichern.

Am 26. November öffnet die SPS ihre Tore. Auf was freuen Sie sich persönlich am meisten?

Es ist jedes Jahr derselbe Moment: Dienstagmorgen, 9 Uhr, die Türen gehen auf und die Messe geht los! Es ist wie in die Hände klatschen und die Menschenmassen sind direkt in den Hallen! Dieses Gefühl genieße ich sehr, daher bin ich auch immer im Bereich der Türen, wenn die Messe startet. Vom ersten Moment erlebt man das, was unsere Messe ausmacht: Besucher und Aussteller stecken ihre Köpfe zusammen, diskutieren und ringen gemeinsam um die beste Lösung. Und es ist das Bewusstsein, das in diesen drei Tagen in Nürnberg auch die Zukunft unserer Industrienation stattfindet. Das ist großartig!

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