VDMA Jahresprognose

Andrea Gillhuber,

Robotik und Automation rutschen ins Minus

Die Konjunktur hat nun auch Auswirkung auf die Robotik- und Automatisierungsbranche: Der VDMA erwartet für 2019 einen Umsatzrückgang von 5 Prozent. Gründe sind in der Weltkonjunktur, aber auch in Sättigungseffekten zu finden.

Die schwächelnde Konjunktur hat nun auch Auswirkungen auf die Robotik- und Automatisierungsbranche. © Shutterstock / Parilov

„Ein zunächst hoher Auftragsbestand wurde im Jahresverlauf weitgehend abgebaut und die aus Vorjahren bekannte Herbstbelebung blieb aus. Nach einem Jahrzehnt der Rekorde muss auch unsere Innovations- und Wachstumsbranche aufgrund der schwierigen weltwirtschaftlichen Lage nun einen deutlichen Dämpfer hinnehmen“, fast Wilfried Eberhardt, Vorsitzender von VDMA Robotik + Automation und Chief Marketing Officer bei Kuka, die Lage für die Robotik- und Automatisierungsbranche zusammen. Gegen Jahresende meldet der VDMA nun, dass der konjunkturelle Abschwung auch die Robotik und Automatisierungstechnik erfasst hat. Der Verband geht für das Jahr 2019 von einem Umsatzminus von 5 Prozent auf 14,3 Milliarden Euro.

Alle Teilbranchen betroffen

Der Rückgang zieht sich durch alle Teilbranchen der Robotik und Automatisierung. So wird für die industrielle Bildverarbeitung ein Rückgang des Branchenumsatzes von 7 Prozent erwartet, der Bereich Integrated Assembly Solutions geht von einem Minus von 5 Prozent aus und die Robotik geht im Moment von einer Abschwächung von 3 Prozent für das laufende Jahr aus.

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Als Gründe für den Rückgang nennt der VDMA die nachlassende Dynamik in der Weltkonjunktur sowie Sättigungseffekte in den wichtigen Märkten. Beispielsweise stagniert weltweit der Verkauf von Smartphones, was sich auf die Investitionen in Maschinen auswirkt. Zudem sorgen Unsicherheiten in verschiedenen Kundenbranchen für Investitionszurückhaltung. Hier wirken sich Unwägbarkeiten durch die Transformation der Automobilindustrie sowie die zunehmende Zahl von Handelsstreitigkeiten besonders stark aus. Da derzeit noch keine Trendwende in Sicht ist, prognostiziert VDMA Robotik + Automation für 2020 einen weiteren Rückgang des Branchenumsatzes um 10 Prozent.

Automatisierung bleibt Wachstumsmarkt

Gesamtumsatz der Robotik und Automatisierung in Deutschland. © VDMA Robotik + Automation

Dennoch besteht kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Als Schlüsseltechnologie für die Optimierung der Produktion und als Garant für hohe Qualitäts- und Nachhaltigkeitsstandards wird die Robotik und Automation aber auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen und mittelfristig auf ihren Wachstumskurs zurückkehren“, betont Patrick Schwarzkopf, Geschäftsführer des VDMA Fachverbandes Robotik + Automation.

Welche Rolle das ist, wird ab 26. November 2019 auf der SPS – Smart Production Solution in Nürnberg zu sehen sein. Schon im Vorfeld bescheinigte Christian Wolf, Ausstellerbeiratsvorsitzender und Geschäftsführer von Turck, der Automatisierungstechnik eine „brillante Zukunft“. Und auch Sylke Schulz-Metzner, Vice President SPS der Mesago Messe Frankfurt ist überzeugt, dass der Branchentreff der Automatisierungstechnik die „Zukunft unserer Industrienation“ zeigt.

Und weltweit wird der Robotik-Markt wieder steigen, wenn man den Prognosen der International Federation of Robotics, kurz: IFR, Glauben schenkt. Laut World Robotic Report 2019 wird die Zahl installierter Industrieroboter wieder um 10 Prozent steigen.

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