Pneumatischer Handhabungs-Manipulator

Andrea Gillhuber,

360° Bewegungsfreiheit

In der Produktion ist das ergonomische und sichere Heben und Bewegen von Produkten von hoher Bedeutung. Wichtig dabei ist aber auch Flexibilität und Bewegungsfreiheit der Werker. Ein Handhabungs-Manipulator erlaubt Drehen und Schwenken von Lasten bis 550 kg. Speziell für das Be- und Entladen von Bearbeitungszentren wurde eine neue Aufnahmevorrichtung konstruiert.

Dalmec entwickelte eine Hebevorrichtung für das Be- und Entladen von Schweiß- und Bearbeitungszentren. Sie ist mit einem Permanentmagnet ausgestattet, was die Handhabung von metallischen Produkten verschiedener Formen, Gewichte und Größen erlaubt. © Dalmec

Handhabungs-Manipulatoren werden in vielen Industriezweigen zum sicheren und ergonomischen Heben und Bewegen schwerer Lasten eingesetzt. Die meisten Modelle erlauben jedoch nur ein Umsetzen, ein Drehen oder Schwenken der Produkte ist in der Regel nicht möglich. Dalmec hat mit dem „Partner Equo“ einen pneumatischen Handhabungs-Manipulator entwickelt, der auch diese Bewegungen ausführen kann: Er verfügt über einen Auslegearm, an dessen Ende eine Greifvorrichtung mit einem Endlos-Drehgelenk sowie einem Drehantrieb oder einer Schwenkeinheit montiert werden. Aufgrund seines modularen Aufbaus lässt sich der Manipulator zudem in Konstruktion und Ausstattung individuell auf die Handhabungsanforderungen in einem Betrieb abstimmen. Dies erlaubt eine kontinuierliche Anpassung an neue Anwendungsgebiete. So konzipierte Dalmec kürzlich Aufnahmevorrichtungen für das Be- sowie Entladen von Schweiß- und Bearbeitungszentren. Der Partner Equo, der auf der Maintenance 2019 präsentiert wird, kann auch komplett in Edelstahl gefertigt werden – einschließlich der dazugehörigen Greifer.

Anzeige

Konstant gehaltenes Parallelogramm sorgt für Präzision

Der Partner Equo wird ab einem Radius von 2,5 bis 4,5 m für Lasten von bis zu 550 kg und mit einem vertikalen Hub von 1,25 bis 2,45 m hergestellt. In seiner Grundausführung verfügt der durch pneumatische Ausgleichszylinder gesteuerte Handhabungs-Manipulator über zwei Gelenke: „Das Hauptdrehgelenk sorgt dafür, dass der Manipulator endlos um die Hauptdrehachse gedreht werden kann, der Drehwinkel des mittleren Gelenks zwischen Parallelogramm und Auslegearm ist standardmäßig auf 315° begrenzt“, erklärt Dieter Hager, Vertriebsleiter bei Dalmec. Darüber hinaus sind die Handhabungs-Manipulatoren des italienischen Unternehmens modular aufgebaut, so dass Grundeinheit, Auslegearm und Aufnahmevorrichtung individuell zusammengestellt werden können. „Das Gerät kann also mit verschiedenen mechanischen oder pneumatisch betätigten Greifvorrichtungen ausgestattet werden. Unter anderem lassen sich auch pneumatische Versionen mit einem Endlos-Drehgelenk und einem pneumatischen Drehantrieb montieren“, erläutert Hager.

Das Portfolio an Vorrichtungen und Anwendungsgebieten wird kontinuierlich erweitert. © Dalmec

Ein solches drittes Gelenk erlaubt die Ausführung von Dreh- und Schwenkbewegungen. So können beispielsweise alle Arten von Fässern sicher gehoben, gedreht und entleert werden. Der Antrieb ermöglicht ein präzises Ausgießen, wobei der Handhabungs-Manipulator den Gewichtsverlust kompensiert und in der Z-Achse stehen bleibt – ohne zusätzliche Betätigung einer Steuereinheit. Basis dafür ist ein spezielles patentiertes System für die Vertikalbewegung des pneumatischen Ausgleichszylinders, das das Parallelogramm konstant hält und eine gleichbleibende Bewegung sowohl im Leer- als auch im Lastgewicht über den gesamten Bereich des Arbeitshubes gewährleistet.

Metall sicher handhaben

Wie jeder Manipulator von Dalmec lässt sich auch der Partner Equo in seiner Konstruktion und funktionellen Ausstattung auf die individuellen Handhabungsanforderungen im jeweiligen Betrieb abstimmen. „Die Greifer werden ebenfalls für den konkreten Anwendungsfall konzipiert“, erklärt Hager. „Auf diese Weise wird das Portfolio an Vorrichtungen und Anwendungsgebieten kontinuierlich erweitert.“ Beispielsweise entwickelte das Unternehmen kürzlich eine Hebevorrichtung für das Be- und Entladen von Schweiß- und Bearbeitungszentren. Diese ist mit einem Permanentmagnet ausgestattet, was die Handhabung von metallischen Produkten verschiedener Formen, Gewichte und Größen erlaubt. Eine ähnliche, neu konzipierte Greifvorrichtung ist speziell für das Handling von glühenden Teilen während der Bearbeitungsphasen an den Werkzeugmaschinen vorgesehen. Beide Greifer verfügen über das dritte pneumatische Gelenk, das die Drehung und Schwenkung erlaubt.

Ausführung komplett in Edelstahl

Außerdem können Manipulatoren des Typs Partner Equo und die dazugehörigen Aufnahmevorrichtungen entsprechend den Anforderungen der Reinheitsklassen in Lebensmittelbranche, pharmazeutischer und chemischer Industrie sowie in sterilen Bereichen komplett in Edelstahl gefertigt werden. Die Schweißnähte werden vorwiegend im MAG- und MIG-Verfahren in Inertgasatmosphäre ausgeführt – den wichtigsten Faktoren für eine ästhetische funktionelle Ausführung – und verschliffen sowie geglättet. Die freiliegenden und sichtbaren Oberflächen werden anschließend poliert und gebürstet.

Manipulatoren des Typs Partner und die dazugehörigen Aufnahmevorrichtungen können entsprechend den Anforderungen der Reinheitsklassen in Lebensmittel-, pharmazeutischer und chemischer Industrie sowie in sterilen Bereichen komplett in Edelstahl gefertigt werden. © Dalmec

Der Manipulator kann grundsätzlich stehend, am Boden verfahrbar, hängend oder deckenverfahrbar gestaltet werden. „Bei Säulengeräten sind sechs verschiedene Verankerungsformen verfügbar“, so Hager. „Neben einer stabilen Grundplatte und einer entweder mit Gabelstapler oder Hubwagen verfahrbaren Version sind auch Grundplatten für den manuellen Transport, mit bodenverfahrbaren Profilschienen oder bodenversenkter Laufschiene umsetzbar.“ Als stationäres Deckengerät verschafft der pneumatische Manipulator einen freien Produktionsbereich. Sein Flansch ist mit Bohrungen für die Anbindung mittels Schrauben ausgestattet, was eine Befestigung am kundenseitigen Stahlträger oder an einer Konsole erlaubt.

Die dritte Option ist ein verfahrbares Deckengerät, das komplett mit Laufwagen ausgeliefert wird. „Das Laufsystem besteht aus zwei gegenüberliegenden U-Profilen aus speziellem Aluminium mit Federbandstahleinlage ohne Übergangsstellen“, erklärt Hager. „Die Verbindung zwischen den verschiedenen Teilen erfolgt dabei durch Schrauben.“ Die Befestigung der Laufschienen an die Stahlbaukonstruktion wird mittels Querträger und Aufhängungen umgesetzt.

Nach Unterlagen von Dalmec / ag

Anzeige
zurück zur Themenseite

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Beutelgreifer

Vom Band auf die Palette

Die Firma Sapho in Ostrach versorgt die Regionen Süddeutschland, Österreich und Teile Frankreichs mit Streusalz aus seinem bis zu 50.000 Tonnen umfassenden Lager, das zwischen Mai und Oktober zum Teil aus Bergwerken in der Region befüllt wird. In...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Vakuumhebegerät

Bis 1.200 kg Hubkraft

Eine neue Generation an Vakuumhebegeräten hat das Unternehmen Aero-Lift Vakuumtechnik im Sortiment. Zu den Neuentwicklungen zählen eine intelligente Warneinrichtung, eine eingebaute Stromsparautomatik sowie Sicherheits-Spiralschläuche.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem SCOPE Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite