Temperaturregelung

Kontrollierter Hitzestau

In den Hochtemperaturöfen von ENA kommen eine Temperaturregelung für das Aufschmelzen und eine Ablaufsteuerung für die Bewegung der Metalle aus der Schmelzzone zum Einsatz. Beide Prozesse lassen sich mit dem Jumo mTron T realisieren.

Im Falle eines Falles: Wenn der Ofen überhitzt, sorgt Jumo mTron T für eine Abschaltung.

Für die Erzielung spezieller Gefügeeigenschaften von Metallen ist es erforderlich, die Erstarrungsgeschwindigkeit exakt zu steuern. Hierzu werden die Metalle oder Metallgemische aufgeschmolzen und danach kontrolliert zur Erstarrung gebracht. Kühlt man zum Beispiel die Schmelze einer Legierung so langsam ab, dass sich das System praktisch immer im Gleichgewicht befindet, so scheiden sich im Laufe der Abkühlung Kristallite unterschiedlicher Zusammensetzung ab. Auf der anderen Seite können sich insbesondere bei höher legierten Stählen bei zu schneller Abkühlung eventuell unerwünschtes Martensit oder Zwischenstufengefüge ausbilden.

Ein Hochtemperaturofen von ENA mit dem Jumo mTron T System.

Spezialist für solche Prozesse ist das Unternehmen ENA Elektrotechnologien und Anlagenbau. Es entwickelt und baut seit 19 Jahren in Sachsen-Anhalt kundenspezifische Industrieöfen basierend auf der Nutzung von Elektroenergie. Der Temperaturbereich der Öfen und Anlagen reicht von Niedertemperaturanwendungen ab 100 °C bis 1.850 °C und höher. Selbst extreme Hochtemperaturanwendungen bei thermischen Plasmen von 5.000 bis 10.000 K sind möglich. Zu den Kunden des Unternehmens gehören die Daimler AG, Kuka Industries und Schuler.

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In speziellen Hochtemperaturöfen des Unternehmens, die zur Langsamerstarrung von Metallschmelzen eingesetzt werden, kommt das Automatisierungssystem mTron T des Fuldaer Mess- und Regeltechnikspezialisten Jumo zum Einsatz. Das System ist modular aufgebaut und nutzt einen Ethernet-basierten Systembus und eine integrierte SPS. Das universell einsetzbare Mess-, Regel- und Automatisierungssystem vereint das umfangreiche Prozess-Know-how des Herstellers aus Fulda, mit einem einfachen, anwendungsorientierten und benutzerfreundlichen Konfigurationskonzept.

Das Herzstück ist die Zentraleinheit mit einem Prozessabbild für bis zu 30 Ein-/Ausgangsmodulen. Die CPU besitzt übergeordnete Kommunikationsschnittstellen inklusive Webserver. Für individuelle Steuerungsapplikationen verfügt das System über eine SPS (CoDeSys V3), Programmgeber- und Grenzwertüberwachungsfunktionen sowie Mathematik- und Logikmodule. Als Ein-/Ausgangsmodule stehen Mehrkanal-Reglermodule, Analog-Eingangsmodule mit 4 und 8 Kanälen, Relaismodule in 4-Kanal-Ausführung sowie das frei konfigurierbare Digital-Ein-/Ausgangsmodul mit 12 Kanälen zur Verfügung.

Das 4-Kanal-Analog-Eingangsmodul verfügt über vier galvanisch getrennte universelle Analogeingänge für Thermoelemente, Widerstandsthermometer sowie Einheitssignale. Somit können mit der gleichen Hardware verschiedene Prozessgrößen präzise erfasst und digitalisiert werden.

Die Hard- und Softwarekonfiguration sowie die Projektierung der Messwerterfassungs- und Regelungsaufgaben erfolgt mittels Setup-Programm. Bei ENA wurde so die Temperaturregelung in den Öfen eingestellt. Für die Ablaufsteuerung wurde mit Hilfe der der integrierten Software-SPS CoDeSys eine Lösung programmiert.

Mit Routine überwacht

Das farbige Multifunktionspanel ermöglicht neben der Visualisierung sämtlicher Prozesse die komfortable Bedienung der Regler und Programmgeber. Weiterhin ist ein benutzerabhängiger Zugriff auf Parameter- und Konfigurationsdaten des Gesamtsystems möglich. Als Besonderheit ist die Registrierfunktion eines vollwertigen Bildschirmschreibers inklusive Webserver implementiert. Durch serienmäßig vordefinierte Bildschirmmasken reduzieren sich Inbetriebnahmezeiten erheblich. Alle erfassten Daten werden schließlich mit Hilfe der Software PCA 3000 analysiert und archiviert. Die elektrische Ansteuerung der Heizung des Hochtemperaturofens erfolgt durch einen IPC-Steller – ebenfalls aus dem Hause Jumo.

Für die Unterscheidung einer betriebsbedingten Widerstandsänderung von einer Störung – zum Beispiel durch Bruch eines Heizstabs – wurde eine spezielle Überwachungsroutine programmiert. Der elektrische Widerstand wird ständig vom IPC-Steller errechnet, an das mTron-T-System übergeben und mit dem gespeicherten Sollwert verglichen. Die temperaturabhängigen Sollwerte für die Heizstäbe sind im geschützten Anwenderbereich hinterlegt. Bei einem Heizstabdefekt wird automatisch die Heizleistung reduziert, um die restlichen Heizstäbe nicht zu überlasten. Dem Anwender wird in einer Übersicht der temperaturabhängige elektrische Widerstand der Heizung dargestellt.

Da sich der Erstarrungsvorgang über einen langen Zeitraum erstreckt, und weitgehend ohne Bedienpersonal gefahren wird, ist die Steuerung des Hochtemperaturofens an das Firmennetzwerk angeschlossen. So können mit Hilfe des integrierten Webservers des mTronT-Systems alle Prozessbilder zur Fern-überwachung eingesehen werden. ee

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