Thomas Röttinger

„Schweizer Industrie behauptet globale Stellung“

Laut Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung steigen die Konjunkturerwartungen der Schweiz kontinuierlich an. Auch Thomas Röttinger, CEO des Schweizer Spezialisten für Sensoren und Stromversorgungen Pewatron, betont, dass sich die Schweizer Industrie immer stärker in den globalisierenden Märkten behauptet. Im Interview mit SCOPE-Redakteurin Evelin Eitelmann gibt er einen Überblick über die Branche.

Thomas Röttinger, CEO des Schweizer Spezialisten für Sensoren und Stromversorgungen Pewatron.

SCOPE: Herr Röttinger, „High-Tech-Lösungen aus der Schweiz“ ist das Thema, zu dem wir dieses Interview führen. Welche Entwicklung in den vergangenen Jahren fällt Ihnen spontan als eine der größten Errungenschaften der Schweizer Industrie ein?

Thomas Röttinger: Die größte Errungenschaft der Schweizer Industrie ist, dass sie sich trotz der fortwährenden Aufwertung des Schweizer Franken immer wieder aufs Neue durch technische Innovation und Fokussierung in den sich immer stärker globalisierenden Märkten behauptet. Allein gegenüber dem Euro hat der Schweizer Franken in den letzten 10 Jahren über 35 Prozent zugelegt und trotzdem hat es die Schweizer Industrie geschafft, in Märkten wie Medizintechnik oder Maschinenbau ihre globale Stellung zu behaupten.

SCOPE: Ihr Unternehmen bietet Sensoren und Stromversorgungen an. Welche Stellung nimmt Pewatron in der Schweiz in dieser Branche ein?

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Röttinger: Mit unserem sehr breiten Sortiment an Sensoren und Stromversorgungen und der langjährigen Erfahrung unserer Mitarbeiter sind wir für viele Schweizer Kunden der erste Ansprechpartner, wenn es um technische anspruchsvolle Problemstellungen in diesen Bereichen geht. Auch bei unseren Schweizer Kunden steigt der Druck auf die Kosten und die damit verbundene Internationalisierung der Beschaffung ständig. Da wir auch außerhalb der Schweiz sehr erfolgreich sind und sehr eng mit Lieferanten vor allem aus Asien zusammenarbeiten, können wir unseren Schweizer Kunden auch in diesem Umfeld passende Lösungen anbieten.

SCOPE: … und europaweit?

Röttinger: Europaweit sind wir mit unseren eigenen Produkten und den Produkten vor allem unserer japanischen Partner (Fujikura, Midori) als Anbieter in bestimmten Märkten beziehungsweise Anwendungen bekannt. Wir bieten ein sehr umfangreiches und weitverbreitetes Sortiment an Gas-, Druck-, Winkel-, Weg- und Stromsensoren vor allem für die Medizintechnik, die Fertigungstechnik, den Anlagenbau und den Transportbereich an. Überall, wo für diese Messdaten qualitativ hochwertige Sensorlösungen zu wettbewerbsfähigen Preisen am besten verbunden mit kompetenter Beratung gefragt sind, dort sind wir stark. Mit diesem Konzept schaffen wir es in bestimmten Marktsegmenten sogar bis an die erste Stelle.

SCOPE: Sie sind seit einem Jahr Geschäftsführer bei Pewatron. Wohin möchten Sie das Unternehmen führen?

Röttinger: Die Pewatron AG hat sich seit ihrer Gründung vor fast 30 Jahren durch konsequenten Fokus auf Produkte, Innovation, technische Kompetenz und langfristigem Denken als Anbieter von Sensoren und Stromversorgungen in vielen Märkten inzwischen europaweit etabliert. Wir werden diesen Weg konsequent weitergehen. Die Einbindung in die Angst + Pfister Gruppe, zu der wir seit acht Jahren gehören, erlaubt uns nachhaltig in innovative Produkte, langfristige Beziehungen zu Kunden und Lieferanten, globale Vertriebskanäle und vor allen in unsere Mitarbeiter zu investieren.

SCOPE: Auf welchen Messen ist Pewatron vertreten?

Röttinger: Die Pewatron AG ist mit einem eigenen Stand auf der Sensor + Test in Nürnberg und der Sindex in Bern vertreten. Darüber hinaus sind wir zusammen mit Partnern auf weiteren Messen wie der CompaMed /Düsseldorf, SPS Nürnberg und Electronica, München präsent.

SCOPE: Die SPS / IPC / Drives hat keine große Bedeutung für Sie?

Röttinger: Obwohl wir selbst nicht mit einen Stand auf der Messe präsent sind, besuchen wir die SPS IPC Drives ausgiebig. Im Bereich Antriebstechnik ist die SPS IPC Drives der weltweite Industrietreffpunkt schlechthin. Wir treffen uns dort regelmäßig mit Entscheidern bei unseren Kunden und Lieferpartnern. Darüber hinaus präsentieren viele unserer Kunden neueste Trends bei ihren Anwendungen, was wir dann wiederum in Anforderungen für die Sensorik umsetzen.

SCOPE: Ihr Unternehmen ist im Verband für Sensor- und Messtechnik vertreten. Welche Bedeutung hat der AMA für Sie?

Röttinger: Der AMA-Verband ist für uns eine hervorragende Plattform, um sich mit anderen Anbietern im Bereich der Sensorik auszutauschen. Auch wenn wir in bestimmten Märkten Wettbewerber sind, bietet der AMA aufgrund seiner Ausrichtung auf mittelständische Unternehmen in vielen Bereichen einen ausgezeichneten Service an. Darüber hinaus profitieren wir extrem von den Messeaktivitäten des AMA-Verbands. Die Sensor + Test hat sich inzwischen als „die Messe in Europa“ für Sensorik etabliert und die AMA-Gemeinschaftsstände auf den anderen Messen sind einfach nur gut.

SCOPE: Sie haben die Leitung des Arbeitskreises Industrie 4.0 des AMA inne. Was sind die Inhalte und die Ziele dieses Arbeitskreises?

Röttinger: Das Thema Industrie 4.0 hat sich seit dem Start der Initiative der Bundesregierung von vier Jahren zu einem der Megathemen in der Industrie entwickelt. Es herrscht in der Industrie inzwischen Konsens, dass dieses Thema unser Umfeld massiv verändern wird und den Bedarf an Sensorik nachhaltig steigern, aber auch verändern wird. Die entscheidenden Fragen sind jetzt, wie und wann genau diese Veränderungen stattfinden werden und welche Businessmodelle für Sensoranbieter erfolgreich sein werden. Der Arbeitskreis Industrie 4.0 hat sich zum Ziel gesetzt, den AMA-Mitgliedern zielgerichtete Informationen dazu anzubieten und eine Plattform für mögliche Kooperationen zu schaffen. Darüber hinaus sind wir ein gern gesehener Repräsentant des deutschen Mittelstands bei den Standardisierungsgremien rund um Industrie 4.0 beziehungsweise IIC (Industrial Internet Consortium).

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