Editorial

Andrea Gillhuber,

Zeit für Fakten

Neujahrsvorsätze gibt es viele, im privaten wie im beruflichen Umfeld. Von dem klassischen „mehr Sport“ bis hin zum „Smartphone-Fasten“, vom früher am Schreibtisch sitzen bis hin zum stets fein säuberlich aufgeräumten E-Mail-Postfach ist in Gesprächen über das Thema Vorsätze alles dabei.

SCOPE-Chefredakteurin Andrea Gillhuber über Neujahrsvorsätze. © WBM

Ehrlich gesagt, von Neujahrsvorsätzen halte ich recht wenig, denn ihre Halbwertszeit ist doch recht beschränkt. Allerdings bin ich der Ansicht, dass Vorsätze beziehungsweise das Äußern von Vorsätzen etwas Gutes haben: Sie weisen auf Verbesserungspotenzial hin, teilen eine Meinung mit und sind nicht selten ein Plädoyer für eine Sache.

Apropos Plädoyer: Mitte Januar kritisierte Stefan Zecha, Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA, die Politik für ihren „teilweise faktenfreien Umgang“ mit der Verbrennungsmotortechnologie. Er plädierte an die Politik, sich „mit Augenmaß um die Rahmenbedingungen“ zu kümmern und sich aus den „Technologiediskussionen rauszuhalten“. Deutschlands Ingenieure seien durchaus in der Lage, für „sauberste Mobilität“ zu sorgen – mehr darüber lesen Sie übrigens hier.

Deutliche Worte. Und auf der Metaebene sprechen sie etwas an, das in den letzten Monaten zugenommen hat: eine zunehmend emotionale Diskussion über essenzielle Dinge, bei der die Fakten gerne unter den Teppich fallen und der Populismus bedient wird. Zu den betroffenen Diskussionen zählen unter anderem der Klimawandel, der Umgang mit zunehmendem Rechtsextremismus, Trump und auch der Fachkräftemangel und die teilweise damit verbundene Thematik der Flüchtlingskrise und Zuwanderung.

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Eine emotional zu aufgeladene Diskussion kann dazu führen, dass Fakten übersehen, übergangen oder falsch interpretiert werden. Und sie kann zu vorschnellen und unausgegorenen Entscheidungen mit unvorhersehbaren Folgen führen – für die Umwelt, die Wirtschaft, die Gesellschaft.

Vielleicht wäre das ja auch ein Neujahrsvorsatz, der den Januar übersteht: Diskussionen zwar leidenschaftlich zu führen, aber mehr Fakten und auch andere Blickwinkel zuzulassen sowie Dinge auch einmal mehr zu hinterfragen. Vielleicht ist das der Weg in die nächsten Goldenen 20er.

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