Werkzeugmaschinenbau

Andreas Mühlbauer,

VDW erwartet Rekordproduktion trotz rückläufigem Auftragseingang

Für 2019 erwartet die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie ausgehend vom Rekordniveau laut VDW-Vorsitzendem Dr. Heinz-Jürgen Prokop einen weiteren Produktionszuwachs von 2 Prozent auf 17,4 Mrd. Euro - obwohl der Auftragseingang im vierten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent sank.

Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW. © VDW

Dies gab der VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken) anlässlich seiner Jahrespressekonferenz in Frankfurt  bekannt. "Die Produktion kann 2019 noch vom guten Vorjahresverlauf profitieren. Das bestehende Auftragsvolumen wird erst phasenversetzt im laufenden Jahr realisiert", sagt Prokop.  

Das britische Wirtschaftsforschungsinstitut Oxford Economics erwartet zudem für die Investitionen der wichtigsten Abnehmerbranchen in Deutschland einen Anstieg von 4 Prozent und ein Plus von 3 Prozent beim Werkzeugmaschinenverbrauch.

Den Positivfaktoren steht das Abflauen der Bestellungen gegenüber. Sie drehen nach einem Zuwachs von moderaten 1 Prozent im vergangenen Jahr 2019 mit 2 Prozentpunkten Abschlag leicht ins Minus. Dabei verliert nach starkem Wachstum vor allem das Inland mit minus 3 Prozent.

Die Auslandsbestellungen hingegen sollen 2019 ihr Niveau halten. Klarer Wachstumstreiber bleibt Amerika. Die US-Nachfrage lief nach einer VDW-eigenen Umfrage über die ersten drei Quartale 2018 bereits zweistellig nach oben, befeuert durch Ausgabenprogramme, Steuersenkungen und verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten in den USA.

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Die Bestellungen aus China, Südkorea und Taiwan waren zwar rückläufig. Aktivposten sind jedoch Japan und die Asean-Region. Europa hingegen dreht 2019 nach kraftvoller Nachfrageausweitung über die vergangenen drei Jahre nunmehr mit 2 Prozent leicht ins Minus. Bis 2018 hatten sich insbesondere die Euro-Länder noch als Fels in der Brandung mit 9 Prozent Plus erwiesen.

China und die USA bleiben mit großem Abstand die Topmärkte

Der Export macht rund 70 Prozent des Werkzeugmaschinengeschäfts aus. Er ist 2018 um 3 Prozent gestiegen. China bleibt trotz wirtschaftlicher Beruhigung mit großem Abstand der wichtigste Markt für die deutschen Hersteller. Mit einem Zuwachs von 5 Prozent in den ersten elf Monaten 2018 nimmt das Land 22 Prozent der deutschen Ausfuhren ab, gefolgt von den USA mit rund 13 Prozent Anteil und einem Zuwachs von 7 Prozent.

Die gute Wirtschaftslage der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie spiegelt sich auch in der Beschäftigung wider. Ende 2018 arbeiteten 75.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in der Branche. Das waren reichlich 4 Prozent mehr als binnen Jahresfrist.

Im vierten Quartal 2018 war der Auftragseingang der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent gesunken. Dabei gingen die Bestellungen aus dem Inland um 28 Prozent zurück. Die Auslandsorders verloren 4 Prozent. Für 2018 gilt insgesamt ein Plus von 1 Prozent. Dabei kletterten die Inlandsaufträge um 5 Prozent nach oben, während die Auslandsbestellungen auf Vorjahresniveau abschlossen.

Gleichwohl schlagen sich nun auch die weltweiten Turbulenzen von Handelskonflikten und Markabschottung über den Brexit bis hin zum Abbau vieler Rüstungskontrollverträge in Unsicherheit bei den Investoren nieder. Bereits im dritten Quartal 2018 hatte sich angedeutet, dass die Bestellungen an Dynamik verlieren.

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