VDMA-Jahrespressekonferenz

Andreas Mühlbauer,

Maschinenbau muss sich in schwierigem Umfeld behaupten

Das Jahr 2019 war geprägt von einer schwachen Weltkonjunktur, immer härteren Drohungen und Sanktionen in den globalen Handelsstreitigkeiten sowie einem tiefgreifenden Strukturwandel in der Autoindustrie.

VDMA-Jahrespressekonferenz 2019. © WBM / as

„Diese drei Entwicklungen waren maßgeblich dafür verantwortlich, dass Auftragseingänge und Produktion im Jahr 2019 deutlich unter das Vorjahresniveau gerutscht sind“, sagte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker auf der Jahrespressekonferenz des Verbands in Frankfurt.

Die Produktion im deutschen Maschinenbau sank in den ersten zehn Monaten des Jahres um real 1,8 Prozent zum Vorjahr, die Auftragseingänge gingen im selben Zeitraum um 9 Prozent zurück. Die Kapazitätsauslastung lag im Oktober mit 83,9 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt von 86,2 Prozent. „Unsere Industrie steckt nicht in einer Krise, aber viele unserer Kunden sind verunsichert und verschieben oder stoppen derzeit ihre Investitionen. Wir werden 2019 daher voraussichtlich mit einem Produktionsminus von 2 Prozent auf rund 218 Milliarden Euro abschließen“, sagte Welcker.

Die Entwicklung der deutschen Maschinenproduktion in den Jahren 2011 bis 2020 (Prognose). © Statistisches Bundesamt, VDMA

2020 noch kein neuer Schwung in Sicht

Für das kommende Jahr rechnen die VDMA-Volkswirte nach wie vor mit einem
weiteren Produktionsrückgang von real 2 Prozent. Eine schnelle Besserung sei
nicht in Sicht. Die Auftragsbücher würden sich, positivere Geschäftsklimadaten vorausgesetzt, erst im Laufe des Jahres wieder füllen. Aufgrund technisch bedingter Durchlaufzeiten würden diese Aufträge nicht vor dem zweiten Halbjahr wieder zu Produktionswachstum führen. Voraussetzung dafür sei, dass sich insbesondere der Handelskrieg zwischen den USA und China nicht weiter verschärft.

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„Die aktuell zu beobachtende konjunkturelle Entspannung in Deutschland und auf wichtigen Auslandsmärkten ist nicht viel mehr als ein Ende des Abwärtsprozesses. Sie kann eine leichte Belebung im Jahresverlauf 2020
einleiten und hoffentlich wird sie das auch. Für eine Entwarnung ist es aber zu
früh, denn die weltwirtschaftliche Entwicklung wird nach wie vor durch ein
hohes Maß an Unsicherheit belastet“, sagte der VDMA-Präsident.

Gute Beschäftigungslage kommt unter Druck

Auch die gute Beschäftigungslage im deutschen Maschinenbau könnte somit
unter Druck geraten. Im September 2019 waren es insgesamt 1,073 Millionen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten, plus 0,6 Prozent zum Vorjahr. Damit bleibt der Maschinenbau größter industrieller Arbeitgeber in Deutschland und ist zugleich auch wichtigster Ingenieur-Arbeitgeber. Hier wurde zuletzt ein Rekordwert von 200.000 im Maschinenbau beschäftigten Ingenieurinnen und Ingenieuren erreicht. "Jeder dritte Betrieb, exakt 35 Prozent, klagt inzwischen über Auftragsmangel“, sagte Welcker.

USA hängen China in der Exportrangliste ab

Die Exporte der Maschinenbauer aus Deutschland legten in den ersten neun
Monaten 2019 insgesamt um nominal 0,6 Prozent zum Vorjahr auf 134,6
Milliarden Euro zu. Der wichtigste Absatzmarkt war weiterhin USA (plus 6,2
Prozent auf 15 Milliarden Euro). Das Geschäft mit China (Platz 2) schrumpfte dagegen um 0,7 Prozent auf 14,1 Milliarden Euro.

Hier zeigten sich die Folgen des schwächeren Binnenwachstums der
Volksrepublik sowie des Handelskriegs mit den Vereinigten Staaten. Die
Ausfuhren in die USA konnten dagegen noch von den Impulsen der dortigen
Unternehmenssteuerreform profitieren, allerdings rechnen die VDMA-Volkswirte mit weniger Dynamik im US-Wachstum 2020.

Deutliche Auswirkungen zeigt inzwischen auch die immer wieder verschobene Brexit-Entscheidung, die Exporte ins Vereinigte Königreich gingen um 4,8 Prozent auf knapp 5,7 Milliarden Euro zurück. Damit rutscht das Land auf Platz sechs in der Rangliste ab. In die Nachbarländer der Europäischen Union insgesamt exportierten die Maschinenbauer aus Deutschland in den ersten neun Monaten Waren im Wert von 64,6 Milliarden Euro – ein Plus von 1,1 Prozent zum Vorjahr.

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