Studie

Die weltweit besten Standorte für technologiegetriebene Produktion

In welchen Ländern liegen die interessanten Investitionsstandorte für wissensbasierte, technologiegetriebene Produktion und Dienstleistung und wo finden deutsche Technologieunternehmen Märkte für ihre Produkte? Diesen Fragen geht aktuelle Studie "Technologiestandorte weltweit" der Contor GmbH aus Hünxe nach.

Die Studie "Technologiestandorte weltweit" zeigt ein klares Gefällt von Norden nach Süden.

Während nordeuropäische Staaten im internationalen Wettbewerb um Technologieinvestoren sehr gut gerüstet sind, drohen südeuropäische Staaten deutlich den Anschluss zu verlieren. Trotz im Detail sehr unterschiedlicher Ausrichtung der nordeuropäischen Länder bieten sie einerseits fast alle als Investitionsstandorte im Technologiebereich an, andererseits sind es natürlich auch hoch interessante Märkte für die Produkte deutscher Technologieunternehmen.

Die Karte zeigt ein klares Gefälle zwischen gut geeigneten Investitionsstandorten (grün) und weniger bis gar nicht geeigneten Standorten von Norden nach Süden. Gelb eingefärbte Länder können je nach Anforderungen alternative Standorte sein. (Bild: Contor)

Starke Standorte Nordeuropa und Nordamerika

In Europa ist eine weitere Teilung in Ost und West erkennbar. In Osteuropa kommen einige Staaten vielleicht als Alternativstandorte in Frage, zu den wirklichen Spitzenstandorten zählt jedoch kein Land. Auch der amerikanische Kontinent ist geteilt. Während Kanada und die USA sehr gute Voraussetzungen bieten, ist in Südamerika lediglich Chile als Technologiestandort geeignet. Jedoch sind nicht nur Nordeuropa und Nordamerika stark, die Konkurrenz ist weltweit verteilt und teilweise sehr gut aufgestellt. Insgesamt finden sich gute Standorte auf allen Kontinenten.

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Interessant ist auch, wie sich die früheren Hoffnungsträger der BRICS-Staaten entwickelt haben. Lediglich China scheint hier den Anschluss gefunden zu haben. Dies sind, grob zusammengefasst, einige der Erkenntnisse aus der aktuellen Studie "Technologiestandorte weltweit" der Contor GmbH.

Contor berät Unternehmen bei der Standortsuche und Standortanalyse deutschlandweit, europaweit sowie weltweit und stellt darüber hinaus Studien zu Standortthemen zur Verfügung. Bei der hier zugrunde liegenden Studie geht es um die Frage, wo liegen einerseits die geeigneten Investitionsstandorte für die Technologieindustrie und andererseits die Märkte für die Produkte dieser Industrie.

Zunächst ist zu definieren, was unter Technologieindustrie zu verstehen ist. Hierunter fällt in dieser Studie wissensbasierte, technologiegetriebene Produktion und Dienstleistung. Als nächstes sind die Treiber dieser wissensbasierten und technologiegetriebenen Produktion und Dienstleistung zu identifizieren. Dies waren hier Indikatoren der Bereiche Wohlstand und Lebensqualität, Bildung und Wissenschaft, außerdem Industrie- und Technologieaffinität sowie Unternehmerfreundlichkeit. Für diese Bereiche hat Contor letztlich 22 Indikatoren analysiert. Insgesamt 144 Staaten weltweit wurden dann anhand dieser Indikatoren einer Clusteranalyse unterworfen.

Negative Überraschungen in Europa

Obwohl eine derartige Studie natürlich breit gefächert sein muss, zeigen sich doch einige weitere hoch interessante und so nicht erwartete Erkenntnisse. So war für Europa nicht erwartet worden, dass Frankreich und Italien so deutlich in ihrer Eignung als Technologiestandorte abfallen. Dies ist für Europa insgesamt und damit auch für Deutschland kein gutes Ergebnis. Für einige osteuropäische Staaten war erwartet worden, dass sie deutlicher den Anschluss an westeuropäische Standorte finden. Vielleicht hat man dort zu lange an alten Industrien festgehalten.

Bei den noch vor gut 10 Jahren als Hoffnungsträger hoch gehandelten BRICS-Staaten (Brasilien, russland, Indien, China) hat bisher lediglich China gezeigt, dass es möglich ist, vom Entwicklungsland zum Technologiestandort aufzusteigen. Auch das positive Abschneiden einiger kleinerer Staaten wie Katar oder Saudi-Arabien überrascht. So werden sich diese Länder nicht als Standorte für Produktionsstätten empfehlen, die sehr viele qualifizierte Arbeitskräfte benötigen, jedoch könnten sich hier Perspektiven für kleinere technologieaffine Unternehmen bieten.

Deutschland als guter Standort für Investitionen

Für Deutschland ist das Ergebnis der Studie erfreulich. Das Land liegt zusammen mit der Schweiz, Irland, Singapur und den Vereinigten Staaten in einem Cluster, der insgesamt sehr gut als Standort für Investitionen im Technologiebereich geeignet ist. Insgesamt sind dabei Wohlstand und Lebensqualität sehr hoch und Bildung und Wissenschaft haben eine sehr große Bedeutung. Der industrielle Sektor und insbesondere der Hochtechnologiebereich sind in diesen Ländern stark ausgeprägt und auch die Unternehmerfreundlichkeit ist im weltweiten Vergleich relativ hoch.

Im Detail zeigen sämtliche Staaten dieses Clusters ein sehr hohes Bruttoinlandsprodukt je Einwohner, wobei Deutschland noch das geringste BIP aufweist, und haben sich auch in dieser Hinsicht in den letzten Jahren positiv entwickelt. Die Arbeitslosigkeit ging in den letzten Jahren zurück und ist relativ niedrig. Das Bildungsniveau entwickelt sich trotz eines bereits hohen Niveaus immer noch positiv. Die Bedeutung des verarbeitenden Gewerbes für die Ökonomien dieser Länder ist verhältnismäßig hoch. Lediglich die Vereinigten Staaten zeigen durchschnittliche Werte. In Deutschland ist dieser Sektor besonders stark ausgeprägt. In diesem Bereich zeigt Deutschland auch eine besonders positive Entwicklung, die sich vom weltweit eher negativen Trend deutlich absetzt.

Hohe Steuerbelastung wirkt sich für Deutschland negativ aus

Alle Länder des Clusters haben eine hohe Exportrate von High-Tech-Gütern, wobei hier Singapur besonders starke Werte erreicht. Auch die Bedeutung der mittleren Hochtechnologie und Hochtechnologie für diese Staaten ist sehr hoch. Trotz bereits hoher Produktivität entwickelt sich diese immer noch positiv. Es wird zumindest durchschnittlich viel investiert, bei allerdings unterschiedlicher Entwicklung in den letzten Jahren. Die Fähigkeit, qualifizierte Arbeitskräfte anzuziehen und zu halten, ist in allen Staaen des Clusters hoch. Lediglich bei der Steuerbelastung könnte sich für Deutschland mit einer deutlich überdurchschnittlichen Belastung ein kleiner Nachteil ergeben. am

Die deutliche Teilung der Eignung für Investitionen nach Himmelsrichtungen lässt sich auf der interaktiven Karte zur Studie erkennen.

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