Interview mit Markus Geisenberger

„Mit neuen Formaten punkten“

Im März 2017 ist es wieder so weit: Vom 7. bis 10. öffnet das Messedoppel Intec und Z seine Pforten. SCOPE-Chefredakteur Hajo Stotz interviewte Markus Geisenberger, den Geschäftsführer der Leipziger Messe, zu den Trendthemen der Aussteller. Spannend ist außerdem die Frage, inwieweit die Messe Leipzig noch weitere Industriemessen plant.

Markus Geisenberger, Geschäftsführer der Leipziger Messe.

SCOPE: Seit 2007 werden die Intec und Z im Messeverbund in Leipzig veranstaltet und wachsen seither stetig. Warum ist das Messeduo so erfolgreich?

Markus Geisenberger: Der Bedarf der Branche nach einem Messeduo dieser Art in Ostdeutschland ist sehr groß. Die Intec, die vor 2007 in Chemnitz stattfand, hat mit dem Wechsel nach Leipzig einen deutlichen Schub bekommen. Die Besucherzahl ist rasant gestiegen, die Ausstellerzahl hat sich verdoppelt und die Fläche ist sogar um das Dreifache gewachsen. Wir konnten die Intec zu einer Messeplattform mit überregionaler Bedeutung aufbauen. Inzwischen ist sie eine der führenden Fachmessen für Werkzeugmaschinen, Fertigungs- und Automatisierungstechnik in Europa. Durch die Bündelung der Intec mit der Z, eine der wichtigsten europäischen Zuliefermessen, ist ein starker Industriemesseverbund entstanden. Zusammen bilden die beiden Messen die gesamte Prozess- und Abnehmerkette in der Fertigung ab, sprechen gemeinsame Anwenderbranchen an und ergänzen sich ideal. Es ist also eine erfolgsversprechende Messekombination – sowohl für Aussteller als auch für Besucher. Zusätzlich ist der Messetermin im ersten Quartal ein guter Zeitpunkt, um Investitionsentscheidungen vorzubereiten und nach kompetenten Zulieferern zu suchen. Auch das trägt zum Erfolg unseres Messedoppels bei.

Anzeige

SCOPE: Welchen Stellenwert haben Intec und Z für die Leipziger Messe?

Geisenberger: Intec und Z sind Flaggschiffe im Industriemessebereich und bedeutende Bestandteile des Portfolios der Leipziger Messe. Die Entwicklung des Messeduos unterstreicht unsere Kompetenz, Messen mit einem hohen technischen und logistischen Aufwand erfolgreich umzusetzen.

SCOPE: Machen Sie uns neugierig: Was sind die Highlights im Fachprogramm der Messen?

Impressionen von der Intec und Z in Leipzig. Bild: Uwe Frauendorf

Geisenberger: Das vielseitige Fachprogramm setzt Akzente zu aktuellen Herausforderungen der industriellen Produktion. Ein Beispiel dafür ist der Kongress „Ressourceneffiziente Produktion“ des Fraunhofer-Verbunds Produktion, der bereits zum fünften Mal während der Intec und Z ausgerichtet wird. Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutieren unter dem Titel „Mehrwert digitale Fabrik“. Erkenntnisse aus dem Fraunhofer-Leitprojekt E3-Produktion spielen ebenfalls eine Rolle. Ein weiteres Highlight ist die Lean Factory. An einer Mixed-Model-Montagelinie können Interessierte live erleben, wie Produkte ganzheitlich nach Lean-Gesichtspunkten hergestellt werden.

SCOPE: Und welchen Stellenwert werden die Themen „Intelligenter Leichtbau“ und „Additive Fertigung“ einnehmen?

Geisenberger: Dies sind wichtige Branchenthemen und elementare Bestandteile des Fachprogramms. Intelligenter Leichtbau als Querschnittsthema berührt nahezu alle Bereiche der industriellen Fertigung – vom Werkzeugmaschinenbau über die Werkstofftechnik bis hin zu den Automobilzulieferern. Eine Sonderschau widmet sich dem Entwicklungsstand für den industriellen Einsatz. Der additiven Fertigung tragen wir mit einem Technologieforum Rechnung. Unter dem Motto „Von der Idee zur Anwendung“ informieren eine Ausstellung und ein Fachsymposium über Technologien, Anwendungen und Potentiale neuartiger Verfahren, Werkstoffe und Einsatzgebiete.

SCOPE: Aus welchen Branchen und Regionen kommen die auf der Intec und der Z ausstellenden Unternehmen hauptsächlich?

Geisenberger: Kernkompetenzen der Intec sind der Werkzeugmaschinenbau und Automatisierungslösungen für vor- und nachgelagerte Prozesse. Teile, Komponenten, Module und Technologien stehen bei der Z im Fokus. Je rund ein Viertel der deutschen Aussteller der bevorstehenden Intec sind aus Sachsen und Baden-Württemberg, dicht gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Bayern. Unternehmen aus allen großen deutschen Maschinenbauzentren sind ebenso vertreten wie international agierende Marktführer. Die Z verzeichnet mit einem Auslandsanteil von durchschnittlich 30 Prozent bei den Ausstellern eine hohe Internationalität – ungefähr die Hälfte der ausländischen Aussteller kommt aus Ost- und Südosteuropa.

SCOPE: Und wie international sind die Messen auf der Besucherseite?

Geisenberger: Intec und Z ziehen vor allem Besucher aus Ostdeutschland und den angrenzenden Bundesländern an. Traditionell besuchen allerdings auch viele Fachleute aus Nachbarländern wie Polen, Tschechien, der Schweiz und Österreich unsere Messen. Russland ist ebenfalls unbedingt zu nennen. Auf der Intec und Z 2017 werden wir Besucherdelegationen aus verschiedenen russischen Industrieregionen, zum Beispiel aus Tatarstan oder Samara, begrüßen können. Zudem wird es internationale Kooperationsforen geben – unter anderem zu Polen, Russland und Tschechien.

SCOPE: Wie positioniert sich Ihr Unternehmen im nationalen und internationalen Wettbewerb?

Impressionen von Intec und Z in Leipzig. Bild: Tom Schulze

Geisenberger: Die Leipziger Messe Unternehmensgruppe gehört zu den zehn führenden deutschen Messegesellschaften und weltweit zu den Top 50. Unser Anspruch ist es, diese Positionen zu stärken. Wichtigste Grundlage dafür ist unsere integrierte Veranstaltungskompetenz. Das heißt, wir bieten als Unternehmensgruppe alle für den Erfolg einer Messe, eines Kongresses oder Events relevanten Leistungen an – angefangen bei der Konzeption über die Organisation bis hin zum Standbau und Catering. Und das gelingt uns sehr erfolgreich auch über den Standort Leipzig hinaus – unter anderem mit Veranstaltungen in Warschau, Moskau, Shanghai oder Kapstadt.

SCOPE: Entwickeln Sie auch neue Industriemessen oder sehen Sie den Markt für Messethemen gesättigt?

Geisenberger: Die Märkte sind ständig in Bewegung, also gibt es auch viele Chancen, mit neuen Themen und Formaten zu punkten. Unser jüngstes Beispiel aus dem Industriemessebereich ist die CosmeticBusiness, internationale Fachmesse der Kosmetik-Zulieferindustrie, die wir seit 2013 erfolgreich in Deutschland veranstalten. Wir haben Polen und die östlich angrenzenden Länder als sehr interessanten Markt identifiziert und sind in diesem Jahr mit der CosmeticBusiness Poland in Warschau gestartet. Die Premiere stieß auf große Resonanz und wir wurden für unsere Entscheidung belohnt.

SCOPE: Wäre eine Messe für die Zulieferindustrie mit dem Schwerpunkt Elektromobilität ein Thema, das Sie unternehmerisch reizen würde?

Geisenberger: Jedes neue Thema, das in unserem Kompetenzfeld liegt und Potential für eine erfolgreiche Entwicklung hat, reizt uns. Die Z deckt aber derzeit als Fachmesse für Zulieferer die Bedürfnisse der Automobilindustrie hervorragend ab.

SCOPE: Welche Trends zeichnen sich in der Entwicklung von Messen generell ab?

Impressionen von Intec und Z in Leipzig. Bild: Uwe Frauendorf

Geisenberger: Messen müssen sich mit nahezu allen Veränderungen der Gesellschaft auseinandersetzen und auf diese reagieren können. Fachmessen müssen auf den Punkt sein, für Aussteller und Besucher einen klaren Nutzen haben. Sie werden immer effizientere und spezifischere Plattformen des Austausches und der Geschäftsanbahnung. Zudem finden Messen immer häufiger in Verbindung mit Vortragsveranstaltungen statt. Wir als Leipziger Messe haben darauf reagiert und setzen dies bereits sehr gut um. Auch der Megatrend Digitalisierung hat natürlich Einfluss auf das Veranstaltungsgeschäft. Die Digitalisierung bündelt Communities auf neue Art und Weise und in neuer Dimension. Daraus entsteht für uns eine wunderbare Möglichkeit, diesen Communities, die sich nicht nur in der digitalen Welt zusammenfinden wollen, einen Ort für persönliche Treffen anzubieten.

SCOPE: Abschließend nochmal zur Intec und Z: Welche Erwartungen haben Sie an die Intec und Z 2017 bezüglich Aussteller- und Besucherzahlen?

Geisenberger: Unser Messedoppel ist in den letzten Jahren schnell gewachsen und hat ein ausgesprochen hohes Niveau erreicht. Wir möchten vor allem die Bedeutung und die bereits sehr gute Qualität von Intec und Z weiter ausbauen. Entscheidend ist für uns, dass die rund 1.400 Aussteller, die sich auf 70.000 Quadratmetern präsentieren werden, mit den passenden Besuchern zusammenkommen – und unsere Kunden mit dem Messedoppel am Ende wieder hochzufrieden sind.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Horn auf der Intec 2019

Neue Geometrie zum Gewindedrehen

Horn erweitert das System Mini 108 mit einer neuen Geometrie zum Gewindedrehen. Sie eignet sich zum Drehen von metrischen ISO-Innengewinden im Teil- und Vollprofil. Die Spanformgeometrie ermöglicht kurze Späne auch bei schwer zerspanbaren sowie...

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Twitterschau

Die Intec/Z auf Twitter

Heutzutage finden Messen nicht nur in den Hallen statt, sonern auch auf Twitter. ein Grund für uns, einmal einen Blick in das Soziale Medium zu werfen und das Messedoppel per Tweets Revue passieren zu lassen.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige