Automatisierer in Taiwan

Auf der Suche nach neuen Partnern

Taiwan, die Insel vor China, nennen viele Hightech-Unternehmen aus den Bereichen Elektronik, Automatisierung und Maschinenbau ihre Heimat. Sie haben gelernt, sich durch Qualität von ihrem großen Nachbarn zu differenzieren, und erkannt, dass ein weiteres Wachstum und Unabhängigkeit nur durch technologische und wirtschaftliche Weiterentwicklung und neue Partner machbar ist. 

Der Cobot von Techman: Der kollaborative Roboter wird unter anderem von Omron vertrieben © WBM

Der Maschinenbau ist in Taiwan stark verwurzelt. Wie überall auf der Welt beschäftigen sich auch hier Automatisierungsspezialisten, Forschungseinrichtungen und Hersteller von Werkzeugmaschinen und Co. mit der Smart Factory. Dabei geht es nicht nur um die Vernetzung von Komponenten, Maschinen und Anlagen, sondern auch um die Verbindung mit neuen (Entwicklungs-)Partnern.

Das heißt: Taiwanesische Unternehmen sind auf der Suche nach internationalen Partnern und Kontakten – zum einen, um die Entwicklung anzutreiben, zum anderen, um außerhalb Asiens weiter zu wachsen.

Das Taiwan External Trade Development Council, kurz: Taitra, unterstützt sie dabei und lud Journalisten ein, um sich vor Ort ein Bild von den Unternehmen zu machen. Wie Sie bereits im Artikel "Made in Taiwan - High-Tech im Maschinenbau" lesen konnten, war SCOPE dabei. Lag der Fokus im Artikel aus der Dezember-Ausgabe auf dem Werkzeugmaschinenbau, dreht sich der vorliegende Beitrag um die Automatisierung.

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Lesen Sie also hier, welche Strategie der Automatisierungsspezialist Delta verfolgt, wie der junge Roboterhersteller Techman sich damit beschäftigt, auf welche Weisen die Mensch-Roboter-Kollaboration die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter in der Industrie weiter verbessert, und welche Rolle das Unternehmen Hiwin in Taiwan spielt.

Wachstum auf vielen Wegen

Weiteres Wachstum ist das Ziel von Andy Liu, Geschäftsführer von Delta IABG. Dazu zählen auch Akquisitionen von Know-how-Trägern. © WBM

Den Auftakt unserer Taiwan-Tour bildete die Delta Group. Die Delta Industrial Automation Business Group, kurz: Delta IABG, lud auf eine virtuelle Tour durch ihre Produktion ein. In seinem Technology Center bildet das Unternehmen auf einem riesigen Leinwand seine Produktion ab. Mithilfe des Industrial Internet of Things lässt sich so die Produktion im Gesamten überblicken, aber auch ein Blick auf den Status einer jeden Komponente in der Fabrik werfen. Andy Liu, Geschäftsführer von Delta IABG, betont die Vorteile einer digitalen Fabrik: „Mit Big Data Analytics finden wir Probleme, bevor sie problematisch werden.“ Er sieht die Zukunft in der Vernetzung.

Und noch etwas sieht Liu in der Zukunft: weiteres Wachstum. Ziel sei es, das Unternehmen weiter voranzubringen, technologisch und wirtschaftlich. Als Wachstumsmarkt hat man auch Europa identifiziert. Neben organischem Wachstum setzt Liu aber auch auf Akquisitionen. Auf Wunschkandidaten geht er aber nicht ein. Auch in Indien wird das Unternehmen seine Bemühungen intensivieren. Dort soll auch die Produktion ausgebaut und von dort aus Amerika bedient werden.

Enabling Technology

Hiwin bietet ein breites Produktportfolio an. Neben Linearachsen hat der Konzern unter anderm Roboter, medizinische Schulungsgeräte sowie Industrie-4.0-Lösungen im Portfolio. © WBM

Der Name Hiwin setzt sich aus „HI-tech WINner“ zusammen. Das spricht auch für das Selbstvertrauen des Unternehmens: Bereits vier Jahre nach der Gründung im Jahr 1989 entschied sich das Unternehmen, in Deutschland eine Niederlassung zu eröffnen. Heute zählt das Unternehmen weltweit rund 5.400 Mitarbeiter und erwartet für das Geschäftsjahr 2018 einen Umsatz von 1 Milliarden Dollar.

In Taiwan ist Hiwin in der Industrie allgegenwärtig. Einige Werkzeugmaschinenhersteller betonten, dass sie vor allem in High-End-Maschinen nur die Antriebstechnik von Hiwin verbauten. Grund dafür sei die hohe Qualität sowie die hohe Positioniergenauigkeit der Komponenten. Angesprochen auf diese Aussagen, freuten sich die Hiwin-Mitarbeiter, doch gaben sie sich bescheiden. Erst nach und nach erfuhren wir, dass es für manche Komponenten Wartelisten gäbe und die Produktionsstätten weiter ausgebaut werden, um der hohen Nachfrage gerecht zu werden. So wird in Chiayi eine neue Fabrik mit 147.000 m² Fläche errichtet.

Sehender Cobot

Smart, Simple, Safe – nach dieser Prämisse baut das Start-up Techman seine kollaborativen Roboter. 2012 gegründet, war im Jahr 2015 der erste Prototyp – der TM5 – fertig. Das Besondere an dem kollaborativen Roboter ist das Vision-System. In Verbindung mit dem TM Landmark ermöglicht es dem Cobot genauere Positionierung und Einstellungen. So kann sich der Roboterarm freier bewegen und Verteilaufgaben erledigen. Aufgrund der visuellen Identifikation kann er auch mit zwei oder mehr Maschinen kollaborative Aufgaben übernehmen, wodurch er flexibel in der Anwendung ist, zum Beispiel in der Bestückung, der Montage von Smartphones oder beim Kochen von Kaffee.

Erklärtes Ziel des Start-ups ist es, durch die Teilnahme an internationalen Messen wie der Hannover Messe im April neue Vertriebs- und Entwicklungspartner zu finden.

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