Ersatz- und Wartungsteile

Andreas Mühlbauer,

Lohnt sich das Original-Ersatzteil?

Auf den ersten Blick scheint die Sache klar: Mit einem generischen Ersatz- oder Wartungsteil für den Kompressor lassen sich Kosten sparen. Doch die vermeintlich günstigere Alternative entpuppt sich schnell als Kostenfalle.

Ölfilterwechsel: Originale Ersatzteile sparen letzten Endes Geld. © Boge

Betrachtet man die Kosten eines Kompressors über den gesamten Lebenszyklus, machen die Energiekosten etwa 75 Prozent der Gesamtkosten aus – je größer die Anlage und je mehr Betriebsstunden, desto höher fällt dieser Anteil aus. Die Kosten für Anschaffung, Wartung und Ersatzteile fallen demgegenüber kaum ins Gewicht.

Damit ein Kompressor seine Effizienz und damit den Energieverbrauch konstant halten kann, müssen alle Komponenten optimal abgestimmt und regelmäßig ausgetauscht werden. Ersatz- und Verschleißteile, die nicht genau die Spezifikationen des Herstellers erfüllen, können zum Beispiel den Differenzdruck erhöhen, was dann durch erhöhten Energieeinsatz des Kompressors kompensiert werden muss. Auch dessen Lebensdauer, Wartungsintervalle und Zuverlässigkeit werden hierdurch negativ beeinflusst. Nur getestete und vom Hersteller freigegebene Originalteile sichern langfristig die Effizienz des Kompressors. Originale Filter, Abscheidepatronen oder Schmiermittel werden durch eine Vielzahl von Tests und mehrere tausend Betriebsstunden im Dauerlauf verifiziert, bevor sie freigegeben werden. Piratenteile mögen auf den ersten Blick die günstigere Alternative sein. Im laufenden Betrieb allerdings kommt es häufig zu Problemen.

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Die wichtigsten Wartungsteile sind Ölabscheider, Öl- und Luftfilter.

Das beim Verdichtungsprozess entstehende Öl-Luft-Gemisch gelangt zunächst zur Vorabscheidung in einen Druckbehälter. Die anschließend noch enthaltenen Öltröpfchen in der Druckluft werden durch die Ölabscheideelemente (oder Spin-On-Separatoren) zu größeren Tropfen vereinigt, anschließend gesammelt und zurück in den Ölkreislauf geführt. Damit wird der Ölverbrauch des Kompressors beziehungsweise der Öleintrag in das Druckluftnetz minimal gehalten.

Zu dichtes Filtermaterial hat einen hohen Differenzdruck zur Folge. © Boge

Bei Ölabscheidern sorgt ein zu dichtes Filtermaterial für hohe Abscheideraten, aber auch für hohe Druckverluste. Dadurch geht viel Energie verloren. Ist das Filtermaterial dagegen von schlechter Qualität oder zu dünn ausgelegt, ist die Abscheidung zu schwach und der Ölübertrag in das Druckluftnetz entsprechend hoch. Bei innenliegenden Ölabscheidern kommt eine weitere Anforderung hinzu: Eine gute Erdung des Elements verhindert eine statische Aufladung und damit die Gefahr einer Entflammung. Nur Original-Ölabscheider stellen minimalen Ölübertrag, gleichbleibende Abscheideraten und einen minimierten Druckverlust über die Laufzeit sicher.

Luft zum Arbeiten

Ein zu dünner Filter wiederum führt zu hohem Ölübertrag. © Boge

In der Umgebungsluft sind viele Millionen Partikel, Stäube und Pollen enthalten, die die Leistungsfähigkeit einer Druckluftanlage negativ beeinflussen können. Werden diese meist mikroskopisch kleinen Teile nicht durch einen Ansaugfilter entfernt, können Schäden an Lagern und Rotoren entstehen, und die Standzeiten der nachgeschalteten Ölfilter und Ölabscheider verringern sich. Die Filterelemente nehmen den Schmutz auf und müssen daher regelmäßig ausgewechselt werden. Auch beim Ansaugfilter spielen das eingesetzte Material, die Größe und der Differenzdruck eine entscheidende Rolle. Nur Originalteile gewährleisten ein qualitativ hochwertiges Filtermaterial mit hoher Schmutzaufnahmekapazität und einem konstant niedrigem Differenzdruck. Zusätzlich bieten sie eine optimale Abdichtung zwischen Filtergehäuse und Element, sodass keine ungefilterte Luft in die Maschine strömt.

In ölgeschmierten Kompressoren hat das Öl vielfältige Aufgaben: abdichten, kühlen, schmieren und Schmutz entfernen. Der Ölfilter entfernt die vom Öl aufgenommenen Schmutzpartikel und den Abrieb aus dem Ölkreislauf und hält sie im Filtermaterial zurück. Dabei ist er ständig Druckschwankungen, Vibrationen und hohen Temperaturen ausgesetzt. Ein schlechtes Filtermaterial sorgt für eine schlechte Filtration, was zu einem verschmutzten Ölkreislauf und im schlimmsten Fall zu einer Verstopfung des Filters führt. Wird der Ölfilter nicht regelmäßig gewechselt, setzt sich das Filtermaterial zu. Ist der Filter vollständig dicht, kommt das im Originalfilter verbaute Bypassventil zum Einsatz. Dieses öffnet sich, damit der Schmierfilm nicht abreißt und die Verdichterstufe weiterhin mit Öl versorgt wird. Dabei gelangen aber auch alle angesammelten Partikel ungefiltert zurück in den Ölkreislauf. Dies kann zu kostspieligen Schäden am Verdichter und anderen Bauteilen führen bis hin zum kompletten Maschinenausfall. Ein regelmäßiger, rechtzeitiger Filtertausch ist daher unerlässlich.

Das Kompressorenöl

Wie oben bereits erwähnt, gelten für die in einem Kompressor zum Einsatz kommenden Öle höchste Ansprüche. Das Öl soll die Bauteile im Verdichter kühlen und es soll die Spalte zwischen den Rotoren beziehungsweise Kolben und Zylinder abdichten. Es entfernt Ablagerungen, bevor diese die Funktion des Kompressors beeinträchtigen können. Vor allem schmiert es alle Bauteile. Um all diese Funktionen zu erfüllen, werden dem Öl Additive beigefügt, um die benötigten Eigenschaften zu erzeugen. Die wichtigsten Eigenschaften, die durch Additive beeinflusst werden, sind Schaumbildung, Wasserabscheidung, Viskosität und Korrosionsschutz.

Die Schwenkvorrichtung des Ölabscheiders wird geöffnet. © Boge

Niedrige Schaumbildung führt zu einem verringerten Restölgehalt, gleichzeitig bleiben die Schmiereigenschaften des Öls erhalten. Eine gute Wasserabscheidung verhindert Korrosion sowie die Verbindung von Öl und Kondensat. Konstantere Viskosität wiederum verhindert Verstopfung und Mangelschmierung bei Kälte sowie das Abreißen des Ölfilms bei hohen Temperaturen. Der Korrosionsschutz beziehungsweise eine geringe Oxidation hat den Vorteil, dass sich keine Säure bildet, blanke metallische Teile nicht korrodieren und kein Ölschlamm entsteht.

Welches Öl zum Einsatz kommt, hängt von den Anforderungen und vom Kompressortyp ab. Die gängigsten Ölsorten sind mineralische und synthetische Öle. Darüber hinaus gibt es noch spezielle Öle für den Lebensmittelbereich. Die Wechselintervalle variieren je nach Ölsorte und Umgebungsbedingungen stark. Ein Indikator für die Alterung des Öls ist die Oxidation. Die Oxidationszahl des Öls, die sich durch einen Test ermitteln lässt, ist aber nur eine Momentaufnahme. Sie bleibt über lange Zeit konstant und steigt dann plötzlich exponentiell an. Daher sollten die vom Hersteller vorgegebenen Wechselintervalle nicht überschritten werden. Die Folgen könnten Ölschlammablagerungen, Säurebildung und damit Korrosion sowie verstopfte Filter oder Ventile sein.

Öle scheinen nur auf den ersten Blick durch gleich klingende Sorten austauschbar. Bevor jedoch ein Hersteller ein Öl für seine Maschinen freigibt, durchläuft dieses einen überwachten Test mit vielen Maschinen, der mehrere tausend Stunden dauert und bei dem alle gewünschten Eigenschaften durch regelmäßige Laboranalysen überwacht werden. Erst bei einem erfolgreichen Bestehen dieses Tests wird das Öl freigegeben.

Diese Betrachtungen zeigen, dass Ersatz- und Wartungsteile durchaus sensible Komponenten sind. Nachgemachte Teile und Schmiermittel sind meistens nur auf den ersten Blick die günstigere Wahl. Originalteile hingegen entsprechen den vom Hersteller geforderten Spezifikationen und erlauben eine gleichbleibend hohe Anlageneffizienz. Damit reduzieren sie das Risiko eines Maschinenausfalls.

Nach Unterlagen von Boge Druckluftsysteme / am

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