Druckluft-Trockner

Andreas Mühlbauer,

Druckluft umweltschonend trocknen

Wer bei der Drucklufterzeugung Kältetrockner einsetzt, kommt nicht mehr darum herum, an die neue F-Gase-Verordnung zu denken. Die neue Richtlinie schickt so manchen Trockner ins Aus. Betreiber sollten vorsorgen.

Zukunftssichere Kältetrockner werden mit einem klimafreundlichen Kältemittel betrieben. © Kaeser Kompressoren

Druckluft-Trocknung gehört zur Drucklufterzeugung wie ein Deckel auf einen Topf. So gut wie jede Druckluftstation ist mit Kältetrocknern ausgerüstet, denn kaum eine Anwendung kommt ohne diese Geräte aus, die für trockene Druckluft sorgen. Seit 2015 ist die F-Gase-Verordnung EU 517/2014 in Kraft. Diese hat zum Ziel, Emissionen teilfluorierter Treibhausgase (F-Gase) zu minimieren, um der Klima-erwärmung entgegenzuwirken. Die Auswirkungen der Verordnung sind jetzt zu spüren. Denn von ihr sind auch Betreiber von Druckluftstationen betroffen, da F-Gase in Kältetrocknern als Kältemittel zum Einsatz kommen. Das heißt, wer seine bestehenden Kältetrockner warten oder reparieren lässt oder wer einen neuen Kältetrockner anschafft, muss sich an die Vorgaben der Richtlinie halten.

Bisherige Kältemittel werden sukzessive vom Markt genommen. Erreicht wird das durch konkrete Verbote, aber auch durch die gezielte Verknappung von Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial, dem sogenannten Global Warming Potential (GWP). Bei den Verboten steht das bislang gebräuchliche Kältemittel R 404A im Rampenlicht. Ab nächstem Jahr ist das Inverkehrbringen neuer R-404A-Kältetrockner untersagt. Zur Instandsetzung größerer Anlagen darf ausschließlich gebrauchtes Kältemittel eingesetzt werden, und ab 2030 ist es dann auch im Service komplett verboten. Die Wirkung ist spürbar: R 404A ist nur noch schwer in größeren Mengen zu bekommen und wenn, dann sehr teuer. Das Thema wird aber noch brisanter.

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Achtung, Verknappung

Zusätzlich wird das Angebot von Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial, wie beispielsweise den häufig eingesetzten Mitteln R 407C und R 410A, gezielt verknappt. Dazu dienen Quoten, die den Kältemittelherstellern und -importeuren verbindlich zugewiesen werden und die ihre Absatzmenge begrenzen. Für die Nutzung der Quote gilt: Je kleiner die Treibhauspotenziale der verkauften Kältemittel, desto höher ist die erlaubte Absatzmenge. Daher sind Hersteller dabei, ihr Sortiment auf Kältemittel mit möglichst niedrigen Treibhauspotenzialen umzustellen. Dieser Prozess wird sich deutlich verschärfen, da die ursprüngliche Quote schrittweise auf nur noch 21 Prozent abgesenkt wird. Die Verfügbarkeit von Kältemitteln dürfte sich daher umso schneller verschlechtern, je höher ihr Treibhauspotenzial ist. Viele heutige Kältemittel werden künftig für Instandsetzungen nicht mehr oder nur noch zu hohen Preisen verfügbar sein. Für Betreiber ist es daher sinnvoll, wenn sie sich einen Überblick über die derzeit bei ihnen eingesetzten Kältemittel verschaffen und sich bezüglich Alternativen beraten lassen. Kältemittel zu bevorraten ist für Betreiber meist keine Möglichkeit. Ihr Erwerb erfordert zwingend eine Zertifizierung von Betrieb und Personal. Bei allen Kältetrocknern, die im Einsatz sind, ist es sinnvoll, mit einem Service durch entsprechend zertifiziertes Personal Undichtigkeiten am Kältekreislauf rechtzeitig vorzubeugen. Dies gilt besonders für ältere Anlagen. Zudem müssen Betreiber auch die neuen Regelungen zu verbindlichen Dichtheitsprüfungen einhalten.

Je höher der GWP-Wert, desto klimaschädlicher: gebräuchliche Kältemittel und ihre Treibhauspotenziale. © GWP

Ein Umrüsten der Trockner auf einen Betrieb mit neuen Kältemitteln ist in vielen Fällen leider keine Alternative, da es zum einen technisch nicht immer möglich ist oder aber zum anderen die Kosten für einen Umbau unwirtschaftlich wären. Langfristig betrachtet ist es sinnvoller, die Anschaffung neuer Trockner in den Investitionsplan mit aufzunehmen und neue Geräte zu installieren.

Da gerade in den letzten Jahren im Bereich der Trocknertechnik enorme Entwicklungsschritte vonstatten gegangen sind, hat eine Neuanschaffung noch andere Vorteile. Neue Trockner sind auf höchste Effizienz und geringen Energieverbrauch ausgelegt und benötigen häufig auch noch weniger Platz als ältere Geräte. Neben der Betreibersicherheit im Hinblick auf das Kältemittel könnten so eventuell Energie- und Servicekosten reduziert werden.

Auf Langlebigkeit achten

Moderne Geräte haben neben der Umweltverträglichkeit die Vorteile, platz- und energiesparend zu sein. © Kaeser Kompressoren

Wer einen neuen Kältetrockner kauft oder den Kauf eines solchen plant, sollte darauf achten, dass dieser den Einsatz eines Kältemittels ermöglicht, das nicht nur heute, sondern auch über den Lebenszyklus der Anlage für Servicearbeiten verfügbar bleibt. Beste Chancen bieten hier Kältetrockner, die bereits mit einem Kältemittel befüllt sind, das ein möglichst geringes Treibhauspotenzial aufweist oder Trockner, die sich nachträglich mit vertretbarem Aufwand auf ein solches umrüsten lassen.

Manche Hersteller verwenden Mittel, die zwar zurzeit noch eingesetzt werden dürfen, künftig aber entweder verboten oder aufgrund ihres hohen Treibhauspotenzials nicht mehr marktverfügbar sein werden. Betreiber von solchen Kältetrocknern würden dann innerhalb kurzer Zeit wieder vor der gleichen Problematik stehen.

Vorausschauende Hersteller von Kältetrocknern setzen schon heute bei der Herstellung auf neue Kältemittel wie zum Beispiel R-513A. Dieses hat den derzeit geringsten GWP-Wert unter den marktverfügbaren Kältetrocknern und ist damit nicht nur deutlich klimafreundlicher, sondern auch eine zukunftssichere Lösung.

Dipl.-Betriebswirtin Daniela Koehler, Pressesprecherin Kaeser Kompressoren / am

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