Coworking

Andreas Mühlbauer,

Mitarbeiterzufriedenheit wichtiger denn je

Fachkräftemangel ist für viele deutsche Unternehmen ein allgegenwärtiges Thema, auch in der Industrie. Laut einer Befragung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) von 2018 gaben 53 Prozent der Industrie-Unternehmen an, offene Stellen nicht mit den passenden Arbeitskräften besetzen zu können.

In Coworking Spaces kommen auch Mitarbeiter unterschiedlicher Unternehmen in Kontakt. © Mindspace

Die Folge ist eine starke Konkurrenz zwischen Unternehmen um qualifizierte Arbeitskräfte. Um in dieser Situation Talente zu überzeugen und langfristig zu binden, gehen viele Unternehmen neue Wege und erhöhen damit ihre Attraktivität als Arbeitgeber. Eine Maßnahme ist die Möglichkeit, in einem Coworking Space zu arbeiten.

Warum überhaupt Coworking?

Lange Zeit galten Coworking Spaces als Arbeitsorte, die ausschließlich für Freelancer oder kreative und dynamische Start-Ups geeignet sind. Es herrschte die Vorstellung, dass es sich bei solchen Spaces um Großraumbüros oder Cafés mit ein paar Tischen und Steckdosen handelt, in denen die Anwesenden am Morgen nicht wissen, wie ihr Arbeitstag aussehen würde. Dieses Bild hat sich jedoch sehr stark gewandelt. Mittlerweile arbeiten auch Mittelständler in den flexiblen Räumlichkeiten und große Konzerne verlegen ganze Abteilungen in die Spaces. Was sind die Gründe?

Aus Arbeitgebersicht liegen die Vorteile auf der Hand: Flexibilität und Kosteneffizienz. Coworking-Anbieter wie beispielsweise Mindspace bieten neben den klassischen flexiblen Plätzen auch abschließbare Räumlichkeiten an, die als feste Büroräume genutzt werden können. Während die klassische Anmietung von Büroräumen immer mit einem mehrjährigen Mietvertrag zusammenhängt, können Unternehmen in Coworking Spaces Büroflächen für einen sehr viel kürzeren Zeitraum anmieten und bei Bedarf flexibel Flächen hinzumieten. Vergrößert sich beispielsweise die Anzahl der Mitarbeiter, können die Flächen um weitere Räume erweitert werden. Dabei stellen Coworking-Anbieter in der Regel die komplette Infrastruktur bereit. Unternehmen müssen sich weder um das Design des Büros noch um Dinge wie Internetzugänge, Drucker und alles andere Notwendige kümmern. Sie können einfach sofort einziehen. Auch gibt es in den meisten Spaces große Küchen und freie Getränke. Ein Büromanagement wird ebenso überflüssig. Das alles kann viele operative Kosten für die Unternehmen sparen.

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Was macht Coworking für die Mitarbeiter und potenzielle Bewerber attraktiv?

Eine der wichtigsten Ideen beim Coworking ist der gemeinsame Austausch. In der Regel arbeiten in den Spaces Menschen aus den unterschiedlichsten Branchen – von Freelancern über Start-Ups bis zu riesigen Konzernen. Durch den gemeinsamen Arbeitsplatz können sie alle in Kontakt kommen. Coworking-Anbieter fördern diesen Austausch durch Angebote wie organisierte Frühstücke oder andere Netzwerkveranstaltungen zusätzlich. Das hilft den eigenen Mitarbeitern, den persönlichen Horizont zu erweitern und innovativ zu denken. Laut einer Befragung der Zeit von 2018 ist 74 Prozent der Mitarbeiter genau diese Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung wichtig.

Ebenso relevant ist das direkte Arbeitsumfeld. Eine internationale Studie hat kürzlich herausgefunden, dass 35 Prozent der Beschäftigten ihre Arbeitsumgebung uninspirierend finden. Das berücksichtigen mittlerweile nicht nur Tech-Giganten wie Google oder Facebook. Auch immer mehr andere Unternehmen gestalten ihre Räume so, dass Mitarbeiter inspiriert werden und sich wohl fühlen. Das ist natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden. Coworking Spaces können eine unkomplizierte Alternative sein, um Mitarbeitern das Arbeitsumfeld zu bieten, das sie sich wünschen.

Ein weiterer Punkt betrifft die Arbeitswege: Gerade Industrieunternehmen haben ihre Standorte oft am Rande der Stadt (oder vielleicht sogar ganz außerhalb) und sind für ihre Mitarbeiter nicht gut zu erreichen. Coworking Spaces liegen hingegen meist sehr zentral. Das kann für Mitarbeiter die Arbeitswege verkürzen und so die Zufriedenheit steigern. Während man Produktionsstätten sicher nicht in einen Coworking Space verlagern kann, bietet sich die Möglichkeit durchaus für Abteilungen wie Sales, Marketing oder Finanzen.

Insgesamt bieten Coworking Spaces somit auch Industrieunternehmen Alternativen zu eigenen Büros, die im besten Fall zu mehr Bewerbern und zufriedeneren Mitarbeitern führen.

Oliver Lehmann, General Manager Deutschland, Mindspace

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