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Artikel und Hintergründe zum Thema

Blockchain-Technologie

T-Systems: Transparenz für alle Supply-Chain-Beteiligten

Den Begriff Blockchain hört man immer öfter – vor allem im Kontext der Finanzmärkte. Doch auch im industriellen Umfeld entwickeln sich zunehmend Anwendungsmöglichkeiten. Den Fuß in die Tür bekommt die Datenbanktechnologie über die Supply Chain, wie Alexander Ebeling, Blockchain-Experte bei T-Systems Multimedia Solutions, erläutert.

Bei der Blockchain handelt es sich um eine Datenbank, bei der Informationen nicht zentral in einem Rechenzentrum, sondern dezentral bei den Nutzern gespeichert werden. (Bild: Fotolia / Mimi Potter)

Im Industrie-Umfeld spielen reibungslose logistische Abläufe und die Zusammenarbeit mit externen Partnern und Lieferanten eine große Rolle. Sie bilden die Supply Chain, die aktuell an vielen Stellen ungenau sein kann und den Beteiligten nicht die gewünschten Informationen liefern kann, wie etwa einen genauen Liefer- oder Fertigstellungstermin. In einer volldigitalisierten Lieferkette ist es jedoch möglich, jeden Schritt transparent und damit nachvollziehbar zu machen. Dann wird jeder Schritt, jede Aktion von Zulieferern und jede Produktionsphase im Werk digital festgehalten. Die Industrie 4.0 nutzt dafür die Blockchain-Technologie. Sie erleichtert die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit bisherigen und neuen, externen Geschäftspartnern und Lieferanten.

Die reibungslose und effiziente Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern ist in der industriellen Fertigung sehr wichtig, denn ein großer Teil der Wertschöpfung erfolgt nicht im eigenen Unternehmen, sondern vor- oder nachgelagert. Besonders die deutsche Industrie hat eine höhere Fertigungstiefe als viele andere Länder. Dementsprechend ist eine Vernetzung mit Partnerunternehmen sehr wichtig. Allerdings haben oft nur wenige Unternehmen eines Netzwerks eine durchgängige Transparenz und umfassenden Zugriff auf die Supply Chain in Bezug auf Materialbewegungen, Durchlaufzeiten und Bestände. Konkret heißt das: Der Auftraggeber weiß nicht, wo das Produkt gerade ist oder wann es bei ihm eintrifft, und kann somit nur schwer wirtschaftlich planen.

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Eine für alle beteiligten Unternehmen transparente Kooperation ist dementsprechend der Schlüssel zum Erfolg. Um eine effiziente und risikoarme Zusammenarbeit zu ermöglichen, müssen Industrieunternehmen auf eine komplett digitale Kommunikation umstellen. „Komplett digital“ bedeutet eine vollständige Integration der Lieferanten und Partner in die Geschäftsprozesse.

In der Regel hängen an den eigenen Geschäftspartnern viele weitere Lieferanten, also Sublieferanten. Allerdings kennen sich diese untereinander meist nicht und interagieren nicht miteinander. Dadurch gibt es keine zentrale Stelle, an der Informationen über den Produkt- oder Lieferstatus vorgehalten werden und die für alle an der Lieferkette Beteiligten einsehbar sind. Genau hier hilft die Blockchain-Technologie. Denn jeder kann die Inhalte einer Blockchain ansehen und etwas hinzufügen, aber nichts verändern, was bereits vorhanden ist.

Alle Informationen für alle Nutzer 

Bei der Blockchain handelt es sich um eine Datenbank, bei der Informationen nicht zentral in einem Rechenzentrum, sondern dezentral bei den Nutzern gespeichert werden. Informationen sind verschlüsselt bei den Teilnehmern des Netzwerks hinterlegt und stehen somit allen Nutzern der Plattform zur Verfügung. Alle Daten befinden sich in Knotenpunkten. Jeder Knoten enthält dieselben Daten, ist also ein Duplikat des anderen. Die Blockchain ist eine Verkettung der einzelnen Knotenblöcke. Die einzelnen Blöcke sind jeweils kryptographisch sicher mit ihren Vorgängern und Nachfolgern verbunden. Durch die Kryptographie sind die Informationen nicht manipulier- oder veränderbar. Bei jedem Start bringen sich die Knoten auf den neuesten (Informations-)Stand. Kommt ein neuer Block hinzu, wird dieser auf Korrektheit geprüft und bei passendem Synchronisationsstand in die eigene Kopie eingefügt. So wächst die Blockchain immer weiter und macht damit volldigitalisierte Prozesse unangreifbar.

Im Falle der Supply Chain bietet die Blockchain den Vorteil, dass keiner der Geschäftspartner über die Datenhoheit der Informationen verfügt; jeder hat Einblick auf die Daten und die Kontrolle über seine geteilten Informationen. Alle Supply-Chain-Beteiligten können in der Blockchain die Informationen ablegen, die sie für relevant und teilenswürdig erachten. Dies ermöglicht Kooperation auf Augenhöhe. Sie können die Blockchain nutzen, um vertragliche Vereinbarungen zu dokumentieren und ihre Prozesse und Maschinen anzubinden. Über eine grafische Oberfläche kann der Status eines Produkts jederzeit ganz transparent eingesehen werden. Dabei erfolgt die Kommunikation teilweise nicht mal zwischen den Geschäftspartnern selbst, sondern kann aufgrund der volldigitalisierten Prozesse auch zwischen den angebundenen Maschinen, in Form von Machine-to-Machine (M2M)-Kommunikation, stattfinden. Das autonome Lagersystem des Großhändlers kommuniziert dann beispielsweise mit den Maschinen zur additiven Fertigung von Prototypen und verschickt automatisch die benötigte Menge an Filament über den günstigsten Spediteur.

Smart Contracts legen Bedingungen fest

Dies ist jedoch erst durch die Verknüpfung der Blockchain mit sogenannten „Smart Contracts“ möglich, denn sie regeln die Geschäftsabläufe. Smart Contracts sind ausführbare Programmcodes, die festlegen, welche Bedingungen zu welcher Entscheidung oder Aktion führen. So kann beispielsweise die Geschäftslogik eines Auftrags- oder Bezahlprozesses in einen Smart Contract geschrieben werden. Tritt das gewünschte Ereignis ein, wird eine Aktion ausgelöst. Der Smart Contract wird dabei zwischen zwei Geschäftspartnern geschlossen.

Im Smart Contract können außerdem Regeln aufgestellt werden, wer auf welche Daten zu welchem Zeitpunkt zugreifen darf. Dadurch wird die Datentransparenz auf ein notwendiges Minimum, für eine erfolgreiche Kooperation, reduziert. Mithilfe der Blockchain beziehungsweise der Smart Contracts erfolgt eine automatische Überwachung, ob es Verletzungen dieser Bedingungen gibt. Ein Vorteil für Industrieunternehmen, denn das manuelle Nachprüfen, ob die Lieferung pünktlich ist, fällt weg. Stattdessen wird bei Problemen oder Verzögerungen, aber auch wenn alles seinen gewünschten Gang geht, eine automatische Benachrichtigung versandt.

Auf diese Weise wird die komplette Wertschöpfungskette für alle transparent. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Effizienz und Verlässlichkeit in der Zusammenarbeit und der Herstellung der Produkte aus. cs

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