Räder und Rollen erhöhen Arbeitssicherheit

Andreas Mühlbauer,

Sicherheit ins Rollen bringen

Räder und Rollen können bei richtiger Auslegung einen wesentlichen Beitrag zu erhöhter Arbeitssicherheit leisten. Durch sicheres Bewegen und Bremsen sowie einen festen Stand von Lasten lassen sich die Hauptursachen von Arbeitsunfällen entschärfen.

© LKE

Im Jahr 2016 sind laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) 30 Prozent der insgesamt 781.050 meldepflichtigen Arbeitsunfälle in Betrieben aus der Bewegung heraus entstanden. Bereits an vierter Stelle der Unfallursachen folgt mit rund zehn Prozent der Transport von Hand. Dazu zählt neben dem Tragen einer Last durch eine Person auch das Transportieren eines Gegenstands in der Vertikalen und Horizontalen.

Ist ein Wagen in Fahrt, kann er sich je nach Geschwindigkeit schnell zu einem gefährlichen Geschoss entwickeln. Die Gefahrenpotenziale in der Intralogistik gliedert Blickle nach dem Bewegungszustand des Transportgeräts in drei Bereiche: Bewegen, Bremsen und Stillstand. In diesen Situationen trägt der Räder- und Rollenspezialist dazu bei, die Arbeitssicherheit zu erhöhen.

Beim Bedienen eines Wagens gibt es bereits während der Fahrt zahlreiche Gefahrenquellen. Schutz vor Verletzungen durch Fahrzeugräder oder hochgeschleuderte Gegenstände bietet eine mit Fußschutz ausgestattete Rolle. Kunden können dieses Zubehör für viele Lenk- und Bockrollenserien wählen. „Unsere Transportsysteme sind standardmäßig an allen Rollen mit einem Fußschutz ausgestattet“, sagt Peter Beele, Produktmanager beim langjährigen Blickle-Kunden LKE aus Marl, einem der führenden Hersteller von Transportgeräten und -systemen. „Das Thema Arbeitssicherheit hat in der Intralogistik einen hohen Stellenwert. Unsere Kunden erwarten daher, dass wir den Schutz ihrer Mitarbeiter besonders berücksichtigen.“

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Totmannbremse schützt Mensch

Zur Vermeidung von Arbeitsunfällen ist es außerdem wichtig, dass der Bediener eines Wagens während der Fahrt jederzeit die Kontrolle behält. Mit den trommelgebremsten Rollen lässt sich im Gegensatz zu herkömmlichen Feststellsystemen auch während der Fahrt die Geschwindigkeit des Wagens reduzieren. Darüber hinaus bietet Blickle eine breite Auswahl an Lenk- und Bockrollen mit Totmannfunktion, um den Personenschutz weiter zu erhöhen. Die Totmannbremse hat eine Bremskraft von über 600 N. In der Ausgangslage sind die Bremsen dabei geschlossen und lösen sich erst bei aktiver Betätigung.

Im Bereich der elektrischen Antriebssysteme kommen bei der Serie ErgoMove elektromechanische Totmannbremsen zum Einsatz. Dank der automatischen Bremsentriegelung durch eine Sensor-Handerkennung an den Bediengriffen ist eine Bewegung des Transportwagens nur dann möglich, wenn der Bediener beide Hände aktiv am Wagen hat. Beim Loslassen eines Griffs bremst der Wagen sofort ab. Die Not-Aus- und Einklemmschutz-Funktion verhindern zusätzlich Druck- und Quetschverletzungen.

Nicht nur beim Bewegen und Bremsen von Lasten steht die Arbeitssicherheit im Fokus, sondern auch in der Ruhephase. Hier kommen die Blickle-Feststellsysteme zum Einsatz. Diese sind entweder als Rad- und Drehkranzfeststeller direkt in die Rollen integriert oder lassen sich als eigenständige Einheiten flexibel am Wagen montieren, wie beispielsweise die Feststellfüße. Sie sind vergleichbar mit einem klassischen Wagenheber und unterscheiden sich dadurch, dass sie die Transportgeräte entlasten, ohne diese anzuheben. Bei Betätigung der Feststellfüße wird eine Anpresskraft von rund 600 N zwischen dem Wagen und dem Untergrund erzeugt. Somit sorgen sie selbst bei schweren Lasten für einen sicheren Stand.

Dabei bleibt die Feststellkraft unabhängig von der tatsächlichen Belastung immer konstant. Mit einer breiten Produktpalette an Heberollen kommt das Unternehmen dem wachsenden Mobilitätsanspruch seiner Kunden entgegen. Die Heberollen ermöglichen das flexible Anheben, Verfahren, Positionieren und Nivellieren mobiler Betriebseinrichtungen, Transportgeräte und Maschinen. Sowohl Feststellfüße als auch Heberollen eignen sich gut für Anwendungen auf glatten und rutschigen Oberflächen und sorgen hier für Sicherheit sowie einen stabilen Stand.

Entwicklung und ausgiebige Tests

Im Prüflabor werden die Räder und Rollen unter Bedingungen getestet, die über die Normen hinausgehen. © Blickle

Bereits im Entwicklungsprozess ist die Sicherheit der Räder und Rollen von großer Bedeutung. Mit der Finite-Elemente-Methode simulieren die Konstrukteure das Gesamt- verhalten des Endprodukts im Einsatz unter Berücksichtigung verschiedener Effekte. So optimieren sie das Produkt noch im Anfangsstadium in Hinblick auf den geplanten Anwendungsbereich. Die berechneten Belastbarkeiten werden dann mit speziellen Verfahren im firmeneigenen Testlabor auf die Probe gestellt. „Für uns ist es wichtig, dass die Produkte die DIN-Normen nicht nur erfüllen, sondern auch darüber hinaus sicher und belastbar sind“, sagt Timo Sieber, Produktmanager bei Blickle. „Dafür haben wir eigene Testverfahren entwickelt, bei denen wir unsere Rollen extremen Bedingungen aussetzen. So erhöhen wir Faktoren wie beispielsweise die Prüflast, Geschwindigkeit oder Anzahl der Schwellenüberfahrten über die Norm hinaus. Dadurch können sich unsere Kunden darauf verlassen, dass die Rollen auch bei einer hohen Beanspruchung sicher im Einsatz sind.“

Speziell für den Schutz vor elektrostatischer Entladung hat Blickle für fast alle Räder und Rollen eine elektrisch ableitfähige Variante in seinem Programm. Sie schützt den Bediener eines Transportgeräts vor einer schmerzhaften elektrostatischen Entladung und sensibles elektronisches Transportgut vor Beschädigungen. Blickle unterstützt dadurch auch die Hersteller von elektrischen und mechanischen Geräten bei der Einhaltung der europäischen Richtlinie ATEX.

Nach Unterlagen von Blickle / am

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