Interview zu Linearachsen

Mara Hofacker,

"Die Movitec-Baureihe ist genau auf das Spezielle ausgelegt"

Auf der Motek 2019 in Stuttgart präsentierte Dr. Tretter sein umfassendes Produktprogramm an Maschinenelementen. Einen Schwerpunkt hat der schwäbische Hersteller, Qualitätslieferant und Technologie-Partner auf sein umfangreiches Programm an Linearachsen gelegt – unter anderem auf die Produktlinie Movitec. Was es mit dieser Baureihe auf sich hat und wie Konstrukteure davon profitieren, erläutert Rainer Ott, Produktmanager bei Dr. Tretter.

Dr. Tretter hatte auf der Motek den Schwerpunkt auf sein Programm an Linearachsen gelegt. © Dr. Tretter

Herr Ott, auf der Motek präsentierte Dr. Tretter unter anderem die Produktlinie Movitec. Was macht diese Linearachsen so besonders, und in welchen Anwendungen sollte der Konstrukteur diese einsetzen?

Rainer Ott, Produktmanager bei Dr. Tretter. © Dr. Tretter

Um Teile schnell in und aus Anlagen transportieren und sie weiteren Bearbeitungsschritten präzise zuführen zu können, ist eine effiziente Montage- und Handhabungstechnik notwendig. Mit unseren standardisierten Lineareinheiten der Baureihe Movitech lassen sich äußerst wirtschaftliche Positioniersysteme kundenspezifisch realisieren. Dazu bieten wir die Linearachsen aus dem Baukasten in unterschiedlichen Größen und Ausführungen an. Die verschiedenen Längen dienen dabei zur Orientierung. Kunden erhalten Spindelachsen in bis zu drei, Zahnriemenachsen in bis zu sechs Metern Länge. Wir passen die Komponenten bei Bedarf auch auf Kundenwünsche an. Je nach Applikation, Belastung und geforderter Steifigkeit sind die Systeme spielfrei eingestellt oder mit Vorspannung versehen.

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Die Movitec-Linearachsen sind effiziente und kostengünstige Lösungen, um mittlere Lasten zuverlässig zu bewegen. Wie setzt Dr. Tretter dies um?

Wir haben uns über die Jahre einen umfangreichen Erfahrungsschatz und sehr viel Know-how angeeignet. Damit können wir die kundenspezifischen Aufgabenstellungen genau analysieren und auf dieser Basis eine maßgeschneiderte Lösung liefern. Dank der modularen Bauweise der Standardkomponenten sind applikationsorientierte Linearsysteme zu äußerst wirtschaftlichen Bedingungen realisierbar.

In welchen Varianten bietet Dr. Tretter diese Lineareinheiten an?

Je nach Einsatzgebiet und Aufgabe bieten wir verschiedene Spindel und Zahnriemenantriebe oder auch pneumatisch angetriebene Achsen an. Optional sind alle unsere Lineareinheiten auch ohne Antrieb erhältlich. Dazu kommt ein breites Spektrum an unterschiedlichen Führungssystemen. Der Kunde kann unsere ausgereiften Linearachsen dann je nach Anwendung mit standardisierten Verbindungselementen zu ein-, zwei- oder mehrachsige Positioniersystemen schnell und kostengünstig aufbauen. Prozesse lassen sich so erheblich effizienter gestalten.

Können Sie typische Anwendungen nennen, in denen diese Baureihe zum Einsatz kommt, und welche Aufgabe übernehmen die Komponenten jeweils?

Unsere Movitec-Baureihe eignet sich für ganz unterschiedliche Aufgaben. Bei einer konkreten Anwendung kommen die Komponenten zum Beispiel in Werkzeugträgern zum Einsatz, um Getriebeteile genau zu positionieren und der Montageeinheit zuzuführen. Bei einem anderen Kunden transportieren sie Ventildeckel sehr genau zur weiteren Bearbeitung. Die Lineareinheiten sind auch in Verpackungsanlagen für Pick-and-Place-Aufgaben im Einsatz, in Laserschneidanlagen für das Werkstückhandling oder in der Halbleiterindustrie, um Paletten mit den Bauteilen zu bestücken.

Die leichten und robusten Lineareinheiten der Produktlinie Movitec ermöglichen den Aufbau von belastbaren und steifen Portalen - ohne zusätzliche Konstruktionen. © Dr. Tretter

Wie reagieren Sie auf besondere Anforderungen der Kunden, falls sich zum Beispiel die Anwendung nicht mit dem Baukasten-System umsetzen lässt?

Die Konstruktion und Fertigung der Movitec-Baureihe ist genau auf das Spezielle ausgelegt. Wir können zum Beispiel Lineareinheiten mit Sonderlängen, speziellen Oberflächenbehandlungen oder unter anderem auch mit Anbauteilen der Kunden recht schnell realisieren. Dabei legen wir die Linearachsen anwendungsbezogen aus – zum Beispiel, wenn sie in Gießereien zum Einsatz kommen und besonders robust sein sollen oder bei der Leiterplattenbestückung eine sehr hohe Genauigkeit gefragt ist.

In welche Richtung geht Ihre Weiterentwicklung bei diesen Komponenten, und von welchen Vorteilen werden Maschinenbauer profitieren?

Wir optimieren die Komponenten konsequent weiter. Das bezieht sich insbesondere auf ihre mechanischen Eigenschaften und ihre Wirtschaftlichkeit. Das Ziel ist, dem Kunden eine auf seine Aufgabenstellung perfekt dimensionierte Lineareinheit oder ein Mehrachssystem bieten zu können – und das zu attraktiven Konditionen in Bezug auf Preis und Lieferzeit.

In Stuttgart haben Sie erstmals Trapezgewindetriebe präsentiert. Warum haben Sie diese Komponenten in Ihr Programm aufgenommen?

Immer häufiger kamen Kunden auf uns zu und fragten nach diesen Bauteilen. Und die Trapezgewindetriebe ergänzen unser breitgefächertes Produktportfolio sehr gut. Sie können bei bestimmten Anwendungen im Vergleich zu den teureren und präziseren Kugelgewindetrieben eine wirtschaftliche Alternative sein. Trapezgewindetriebe bestehen aus der Trapezgewindespindel und einer Trapezgewindemutter. Durch das Rollen der Trapezgewindespindel lässt sich eine hohe Festigkeit erzielen. Besitzen die Gewindeflanken zudem eine hohe Oberflächengüte, erreicht die Einheit außerordentlich gute Laufeigenschaften. Auch benötigen sie weniger Einbauraum. Unsere Trapezgewindetriebe werden ausschließlich in Deutschland gefertigt. Damit können wir kurze Lieferzeiten sicherstellen.

Wie spezifisch können Sie auf Anwendungen Ihrer Kunden eingehen?

Wir decken mit unseren Trapezgewindetrieben einen breiten Durchmesser- und Steigungsbereich ab. Die Endenbearbeitung der Stangen übernehmen wir nach Kundenzeichnung. Die Maximallänge, die wir fertigen, liegt bei sechs Metern. Mit Stoßverbindungen können die Anwender die Wellen beliebig über die sechs Meter hinaus zusammensetzen. Unsere Expertise liegt vor allem in der kostengünstigen Bearbeitung kleiner und mittlerer Stückzahlen. Besonders wissen es unsere Kunden zu schätzen, dass wir auch bei Kleinststückzahlen und Einzelteilen eine zeitnahe Bearbeitung der Wellen anbieten können. Dazu stehen uns acht hochflexible Dreh- und drei Fräsmaschinen zur Verfügung. Zudem sind wir jederzeit in der Lage, Sondermaterialien und Oberflächenbehandlungen zu liefern.

Wo können sie idealerweise zum Einsatz kommen?

Das ist ähnlich breit gefächert wie bei den Lineareinheiten. Häufig kommen sie für Werkzeugmaschinen in der CNC-Technik zum Einsatz. Dazu kommen Vorschub-, Automatisierungs- oder Handlingeinheiten. Konstrukteure setzen sie aber auch effizient bei manuellen Verstelleinheiten ein.

Wie wichtig ist die Motek für Dr. Tretter?

Die Motek ist eine sehr wichtige Messe für uns, vielleicht sogar die wichtigste. Denn ein Großteil unserer Kunden hat den Firmensitz in Baden-Württemberg. Und mit dem Standort Stuttgart liegt sie mitten in unserem Einzugsgebiet. Dies hat natürlich auch damit zu tun, dass die mittelständischen Sondermaschinenbauer hier in der Region sehr stark sind. Auf der Messe treffen wir sowohl auf Bestands- als auch auf viele potenzielle Kunden. Die Qualität der Gespräche ist sehr gut. Immer wieder ergeben sich spannende Kontakte.

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